12.11.2019 13:00 |

Tourismus gefordert

Der steinige Weg zum Urlaub mit Bus und Bahn

Tirols Touristiker diskutierten Montag bei einer Tagung in Innsbruck Auswege aus der Verkehrshölle rund um die beliebten Urlaubsziele im Land. Zukunftsforscher Tristan Horx stellte bei seinem Vortrag klar: „Die Mobilität der Menschen wird weiter steigen“. Wie damit umgehen, dazu gibt es bereits Ideen. Die Umsetzung gestaltet sich aber alles andere als einfach.

Die Wintersaison hat noch nicht richtig begonnen, doch eines ist bereits fix: Es wird wieder jede Menge Staus rund um die Skiorte geben. Der Verkehr ist zur Plage für Urlauber und Einheimische geworden. Bei einer Tagung auf der Villa Blanka in Innsbruck diskutierten Montag Touristiker Auswege aus dem Dilemma. Denn eine Entwicklung lässt sich – so Zukunftsforscher Tristan Horx – nicht aufhalten: „Die Mobilität der Menschen wird weiter steigen.“

„Bald 10 Prozent auf Schiene“
Die große Frage, auf die die Touristiker nun Antworten suchen, ist die nach den Möglichkeiten, die Gäste zu lenken, damit die Regionen nicht von Autos überrollt werden. Dem Zug schreiben Zukunftsforscher Horx und Florian Phleps, Chef der Tirol Werbung, dabei eine entscheidende Rolle zu. Vor wenigen Jahren reisten nicht mehr als 5 Prozent der Tirol-Urlauber mit der Bahn an. Doch schön langsam bewegt sich was. Phleps: „Mittlerweile liegen wir bei 8 Prozent und ich bin zuversichtlich, dass wir bis 2020 das von uns gesteckte Ziel von 10 Prozent erreichen.“

Service vor Ort fehlt
Woran es in den Regionen allerdings noch mangelt, sind Abholdienste und diverse Informationsservices, damit die Gäste auch ohne Auto rasch und komfortabel ans Ziel kommen. Dazu entwickeln Regionen wie Seefeld oder Wilder Kaiser gerade Apps fürs Handy, damit sich die Urlauber nicht durch unendlich komplizierte Fahrpläne, verschiedene Ticketsysteme und unzählige Homepages wühlen müssen. „Bei der Nordischen Ski-WM haben wir eine Wegfinder-App ausprobiert. Sie hat gut funktioniert und wird weiterentwickelt“, beschreibt der Seefelder TVB-Geschäftsführer Elias Walser die Richtung, in die es geht. Seefeld mit den Eurocity-Verbindungen gilt als Ort mit besonders hohem Öffi-Potenzial. „Was wir noch schaffen müssen, ist eine bessere Koordination vor Ort“, spricht Walser aus, womit alle Tourismusregionen zu kämpfen haben.

Dass die Koordination übers Internet laufen muss, darüber sind sich alle einig. Das erklärte Ziel: Tirol-Urlaub mit Bus und Bahn forcieren. Dazu startet die Tirol Werbung 2020 eine eigene Bahn-Kampagne.

Pilotprojekt in der Region Wilder Kaiser
Wie die Zukunft der Mobilität im Urlaub ausschauen kann, das lässt sich beim Blick auf die Region Wilder Kaiser erahnen. Dort wurde gemeinsam mit der Tirol Werbung ein Pilotprojekt gestartet. Die ersten Zwischenergebnisse sind vielversprechend. „Wir wollen erreichen, dass die Urlauber zumindest vor Ort ihr eigenes Auto nicht mehr brauchen. Das geht aber nur, wenn sie bequem und rasch das öffentliche Verkehrsnetz nutzen können“, beschreibt TVB-Geschäftsführer Lukas Krösslhuber die Herausforderung.

Die App „Naturtrip“ soll diesen Komfort bringen. In Großstädten wie Berlin wird sie bereits erfolgreich eingesetzt. Der Nutzer gibt ein, was er heute unternehmen möchte - die App sucht Veranstaltungsorte, Wanderrouten und die passenden Verbindungen von Bus und Bahn. Krösslhuber: „In der Region funktioniert die App bereits ganz gut, überregional noch nicht. Das werden die nächsten Schritte sein.“

Die Touristiker sehen Apps wie „Naturtrip“ für Gäste wie Einheimische gleichermaßen hilfreich, um den Verkehr trotz steigender Mobilität zu reduzieren. Die große Aufgabe lautet nun, die Menschen vom Nutzen der App zu überzeugen.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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