11.11.2019 14:00 |

In Salzburg

Viel Ärger über illegal entsorgte Autowracks

Die Stadt Salzburg startet im November eine Gratis-Abholaktion für schrottreife Autos. Illegal entsorgte Auto-Wracks sorgten nämlich vor allem bei Anrainern in der Stadt für viel Ärger. Strafen bis zu 41.042 Euro können anfallen.

Ein blauer Fiat Uno, ein Modell aus den 90ern: Der Lack bröckelt ab, der Rost hat sich rundherum durchgefressen. Kein Pickerl, kein Kennzeichen, das Wrack blockiert seit Wochen einen Parkplatz in einer Seitenstraße. Mehrfach haben sich Anrainer beschwert. Nun wurde es – auf Kosten der Stadt Salzburg – entfernt. Solche Fälle gibt es immer wieder, und das, obwohl die Händler bei einem Neukauf verpflichtet sind, alte Pkw zurückzunehmen.

„Besitzer schrottreifer Autos können sich beim Amt für öffentliche Ordnung melden. Für einen Beitrag von 62 Euro holen wir die Wracks ab“, erklärt Jürgen Berner, im Magistrat zuständig für Autowracks und wilde Deponien. Im November bietet die Stadt sogar eine Gratis-Aktion an. „Das haben wir schon öfter gemacht. Da kommen um die 30 Autos zusammen.“ Im Vorjahr waren es exakt 27 und ein Roller. Nachdem Treibstoff, Öle und die Batterie entfernt wurden, landen die Wracks beim den Schrotthändlern Haas (Wals) oder Weiss (Hallein). Von dort aus wird der Rest fachgerecht entsorgt.

Sämtliche Hinweise auf Halter vernichtet
Trotzdem werden Schrott-Pkw auch illegal entsorgt, also an entlegenen Stellen einfach der Verrottung preisgegeben. „Bei über 152.000 Einwohnern in der Landeshauptstadt kommt es schon öfter vor, dass Wracks liegen bleiben. Im Schnitt gibt es ein Mal im Monat einen Fall, wo wir weder über Pickerl noch über Kennzeichen oder Fahrgestellnummer – weil alles abgenommen oder abgefräst wurde – an den Halter herankommen“, erzählt Dr. Christoph Margesin vom Amt für Öffentliche Ordnung. Gibt es aber nur den kleinsten Hinweis, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Und dann wird es teuer: Da geht es von 8400 bis zu 41.042 Euro, wenn beispielsweise die Gefahrenstoffe wie Öl noch im Wrack verblieben sind.“

Visitenkarten am besten in den Mistkübel werfen
Gewarnt wird vor Unfallautokäufern, die ihre Visitenkarten hinter die Windschutzscheiben stecken. „Da kommt nie etwas Gutes raus. Man zahlt eher drauf.“ Diese „Händler“ verschiffen die Wracks teils nach Afrika - dort können sie noch verkauft und jahrelang sogar legal gefahren werden. Andere bringen die Pkw in ehemalige Oststaaten und motzen sie dort billig auf.

Manuela Kappes
Manuela Kappes
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