09.11.2019 12:30 |

Nachfrage groß

Tagesmutter gesucht! Was diesen Beruf ausmacht

In Tirol gibt es derzeit 174 Tagesmütter und 2 Tagesväter. Die Nachfrage nach dieser besonders flexiblen Betreuungsform für die Kinder steigt stetig. Die fünf Anbieter-Vereine suchen derzeit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Besuch bei Tagesmutter Christine Rimml, die über die Freiheiten und Herausforderungen in dem Job erzählt. 

Mimi hat sich für die Farbe Weiß entschieden. Auch wenn keiner sieht, was sie auf dem Papier malt, werkt sie zufrieden vor sich hin. Lilly schnappt sich ein kräftiges Orange. Als Mimi das bemerkt, will auch sie die leuchtende Farbe haben und greift nach dem Stift. Tagesmutter Christine Rimml hat die Situation rasch geklärt. Sie macht Mimi ein sattes Grün schmackhaft und Lilly darf ihre Welt weiter in Orange tauchen.

Wie eine kleine Familie
Das Trio sitzt an einem geräumigen Esstisch in einem schmucken Haus mit Garten in Innsbruck. Das Bild einer kleinen Familie - nur dass Christine Rimml und die beiden 2-Jährigen keine familiären Bande vereint. Rimml gehört zu den 176 Tiroler Tageseltern. Wie für so viele andere in diesem besonderen Beruf, war auch bei der Innsbruckerin der eigene Nachwuchs Grund für den Einstieg. „Ich komme aus der Gastronomie. Eine Branche, in der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht einfach ist. Als meine Kinder kleiner waren, bin ich auf die Ausbildung zur Tagesmutter gestoßen. So habe ich mich neu orientiert“, erzählt sie von ihrer pragmatischen Entscheidung, die sie nicht bereut hat.

„Besondere Freiheiten“
Rimml hat mittlerweile viele Jahre Berufserfahrung und arbeitet seit 2010 im Team von Frauen im Brennpunkt, einem der fünf Tiroler Vereine, über die hierzulande die Tagesmütter organisiert und angestellt sind. Was für Christine Rimml diesen Beruf ausmacht? Sie überlegt kurz und meint dann mit einem sichtlich zufriedenen Lachen: „Man hat Freiheiten, die man in kaum einem anderen Arbeitsfeld genießt. Keine Kleiderordnung, kein fix vorgegebener Tagesablauf, viel Zeit für schöne Dinge: Wir backen, wir gehen spazieren, wir spielen – und wenn ich will, kann ich dabei barfuß unterwegs sein. Die Kinder bestimmen den Rhythmus. Und man selbst hat dadurch das Privileg, sich nicht ständig der Hektik der Zeit unterwerfen zu müssen.“

Anforderungen hoch
Ein Kinderspiel ist der Beruf dennoch nicht. Die pädagogischen Anforderungen an die Betreuung sind hoch. „Zum Glück wird bei uns großer Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Dass ich im Verein Rückhalt habe, ist mir wichtig und gibt Sicherheit“, ist die Innsbruckerin vom Tiroler System überzeugt. Wer sich für den Job entscheide, müsse sich aber auch im Klaren sein, dass er das eigene Heim für andere öffnen müsse – damit sich die betreuten Kinder wie zu Hause fühlen. Da wuseln schon mal vier Gast-Minis durch die Wohnung der Rimmls. Und das zu Zeiten, in denen andere Betreuungseinrichtungen längst Feierabend haben. „Meine Kinder fanden das nicht immer lustig. Ihre Zimmer waren Tabuzone, damit sie ihre Privatsphäre hatten“, erklärt die (Tages)mutter, wie sie damit umging.

Heute sind Rimmls Kinder erwachsen. Eine Tochter ist Hebamme. „Vielleicht hat mein Beruf dazu beigetragen, dass sie so ein sozialer Mensch ist“, meint die Innsbruckerin, bevor sie sich wieder ganz Mimi und Lilly widmet. Jetzt ist Gartenzeit für die kleine Tages-Familie.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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