07.11.2019 11:57 |

Causa Liensberger

Frist läuft ab! Ski-Talent droht ein Jahr Sperre

Bis 15. November muss Skirennläuferin Katharina Liensberger (22) den Rossignol-Vertrag unterzeichnen, will sie nach dem verpassten Auftakt in Sölden beim Slalom am 23.11. in Levi und bei allen weiteren Rennen für den ÖSV im Weltcup starten. Diese Woche hat es einen neuerlichen Anlauf gegeben. Gespräche zwischen zwei neuen Beratern der Vorarlbergerin und dem ÖSV sind „konstruktiv“ verlaufen. Für den Verband steht fest: Wenn Liensberger nicht unterschreibt, wird sie in der laufenden Saison keine Rennen für den ÖSV bestreiten!

Die Gespräche bestätigt Pool-Geschäftsführer Reinhold Zitz, der zusammen mit ÖSV-Sportdirektor Anton Giger gegenüber den aus Liensbergers Heimat kommenden Vertretern die Sichtweise des Skiverbandes dargelegt hat. „Reden muss man immer und die Gespräche waren konstruktiv. Zu verhandeln gibt es aber nichts“, betonte Zitz, dass für den ÖSV weiterhin nur eine Unterschrift Liensbergers unter den angebotenen Rossignol-Vertrag zählt.

Eventuelle andere Materialüberlegungen der von Rossignol zu Kästle gewechselten Technik-Spezialistin, die derzeit ohne gültigen Schuhvertrag ist, seien hinfällig. „Ich kann kein neues Transferfenster mehr aufmachen, das wäre gegenüber den anderen Firmen unfair“, erklärte Zitz. „Es liegt also weiterhin alles an ihr.“

Liensberger hatte trotz des vom Skimarkenwechsel ausgelösten Materialstreits Mitte Oktober mit pool-konformen Schuhen ein Mal an einem Trainingskurs der ÖSV-Damen teilgenommen. Wegen der fehlenden Unterschrift hatte sie dann aber in Sölden nicht an den Start gehen können. Auch an den aktuellen Kursen in Finnland (Levi) bzw. zuletzt auf der Resterhöhe war die Göfnerin nicht mehr dabei. Ob die zwischenzeitlich erkrankt gewesene 22-Jährige stattdessen mit Privatcoach Roland Pfeifer trainiert, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Große Zukunftshoffnung
Liensberger gilt seit Jahren als Zukunftsaktie im ÖSV-Damenteam, ist aber noch sieglos. Deshalb wurde die Technik-Spezialistin laut Giger auch besonders gefördert und hatte zuletzt etwa mit Sepp Weissenbacher sogar einen eigenen Servicemann. „Ohne Weltcupsieg hast du normalerweise keinen eigenen Servicemann alleine und so etwas schlägt sich dann eben gleich dramatisch nieder“, erklärte Giger, der die bisherigen Ausbildungskosten für Liensberger mit rund 680.000 Euro bezifferte.

Wie es in der Causa weitergeht, ist also offen. Das Umfeld Liensbergers habe sogar auch die Modalitäten für einen eventuellen Verbandswechsel angefragt.

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