03.11.2019 06:01 |

Nachbarschaftsstreit

Für ihn gilt Rauchverbot sogar am eigenen Balkon

Er war lange vor dem Rauchverbot mit Schikanen konfrontiert: Der Wiener Künstler Christian D. wurde 2015 von einem Nachbarn geklagt, weil er auf seinem Balkon geraucht hatte. Obwohl er sich seither an einen „Stundenplan“ hält, droht ihm erneut Ungemach. Ein skurriler Streit geht in die nächste Runde.

Von 1. Mai bis 31. Oktober gilt von 22 bis 6 Uhr, von 8 bis 10 Uhr, von 12 bis 15 Uhr und von 18 bis 20 Uhr ein privates Rauchverbot - und im Winter, also ab 1. November, gilt es von 8 bis 9 Uhr, von 13 bis 14 Uhr und von 19 bis 20 Uhr. Da ist es am Balkon ohnehin zu kalt. Diesen „Stundenplan“ fürs Rauchen bekam Christian D. nach zwei Urteilen des Bezirksgerichts Wien-Innere Stadt vom OGH aufgebrummt.

„Habe mich konsequent daran gehalten“
„Daran habe ich mich auch konsequent gehalten“, beteuert D. Doch nun muss sich sein Anwalt, „Rauchfreiheitskämpfer“ Manfred Ainedter, mit einem Exekutionsantrag befassen, der bei seinem Mandanten eingetrudelt ist. Der Mieter habe wiederholt gegen das Urteil verstoßen, habe unter anderem am 22. Juli und 1 Uhr nachts am Balkon Zigarre geraucht.

Kann alles nicht stimmen, schwört Christian D. Er habe nach einer schweren Verkühlung 2017 drei Wochen mit dem Rauchen aufgehört und rauche seither nur noch gelegentlich eine Zigarillo. „Jedoch nicht mehr am Balkon, das tu ich mir nicht mehr an“, sagt D., der sich sogar ein Luftreinigungsgerät um 400 Euro angeschafft hat.

Streit geht in nächste Runde
Kläger ist der pensionierte Finanzrechtsexperte Professor Doralt. Er wohnt über D. und fühlt sich „von aufsteigendem Rauch“ belästigt. Er habe D. „abgemahnt“, dieser bestreitet das jedoch heftig. „Der Herr Professor hat nie das Gespräch mit mir gesucht. Nur jetzt meinte er, das werde mich viel Geld kosten.“ Ein skurriler Streit geht also in die nächste Runde. Ainedter schüttelt den Kopf: „Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt …“

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr
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