31.10.2019 07:00 |

Ski alpin

ÖSV will Gespräch mit Dujakovic suchen

„Der ewige Jugo sogt pfiat eich“ - mit diesem Worten gab Slaven Dujakovic Dienstag seinen Rücktritt vom Skisport bekannt. Der 24-Jährige beklagte, er sei als Skiprofi mit Migrationshintergrund im heimischen Skisport nie akzeptiert worden. Das löste zahlreiche Reaktionen aus. Auch vom ÖSV. Der bedauert, dass beim Pinzgauer dieser Eindruck entstand und will ein klärendes Gespräch suchen.

Der Rücktritt von Slaven Dujakovic, dem ersten österreichischen Skiprofi mit Migrationshintergrund, hat eine Welle von Reaktionen ausgelöst. Davon wurde der 24-Jährige aus Viehhofen selbst überrascht. Es waren die ehrlichen Worte des „ewigen Jugos“, wie er sich selbst bezeichnet hatte, die viele bewegten. Der Sohn von serbisch-stämmigen Bosniern, in Salzburg geboren, österreichischer Nachwuchs-Meister im Super G und Junioren-WM-Fünfter in der Abfahrt 2015, hatte sich im heimischen Skisport nie wirklich akzeptiert gefühlt. Zuletzt war noch ein geplanter Nationenwechsel nach Serbien gescheitert.

„Es haben mir sehr, sehr viele Leute alles Gute gewünscht und sich viele gemeldet, die mich in meiner Karriere unterstützt hatten“, betonte Dujakovic, der mit 14 die österreichische Staatsbürgerschaft annahm.

Sein Gefühl, dass es Sportler mit Migrationshintergrund im Skisport schwerer hätten, wollte er einfach noch loswerden. Der ÖSV reagierte in einer Stellungnahme, sieht die Lage freilich anders. „Wir bedauern sehr, dass bei Slaven Dujakovic der Eindruck entstand, nicht in der ÖSV-Familie willkommen zu sein. Dem war nie so. Dennoch nehmen wir seine Sicht der Dinge wahr und bemühen uns um ein klärendes Gespräch.“ Der ÖSV führte an, dass Dujakovic die Kaderrichtlinien meist deutlich nicht erbracht habe und man einem Nationenwechsel zu Serbien zugestimmt hätte. Dujakovic bleibt dabei: „Am Schluss musste ich ehrlich zu mir sein, dass meine Herkunft wohl ein Mitgrund für gewisse Entscheidungen war.“

Ein Thema, das in anderen Sportarten überwunden ist. Etwa im Fußball. Arnautovic, Dragovic oder Stankovic – Fixgrößen im Nationalteam. „Irgendwann hat es im Fußball der Erste geschafft. Da ist es normal“, sagt Slaven.

Der nach zehn Jahren Pause nun seit drei Monaten selbst wieder Fußball spielt: als Verteidiger beim FC Zell am See. Und bei dem sich in dieser Woche auch die berufliche Zukunft klärte: „Ich beginne im Dezember mit der Polizeiausbildung.“ Die Zeit im Skisport will er dennoch nicht missen.

Herbert Struber
Herbert Struber
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