Rauhnacht-Böller

Die Schützen vertreiben die bösen Geister im Land

Salzburg
31.12.2025 07:00

Laute Schüsse zu Weihnachten und Silvester: Warum und wann geböllert wird – die Gamper Weihnachtsschützen klären auf, wie der Brauch in ihrem Halleiner Stadtteil gelebt wird. Zudem erklärt der Landesschützenkommandant Josef Braunwieser regionale Unterschiede...

Die bösen Geister müssen vertrieben werden! 112 Schützenvereine mit 6500 Mitgliedern im gesamten Bundesland pflegen seit Jahrhunderten den Brauch, Geister mit Handstutzen oder Handböllern zu verscheuchen. Andreas Züger ist einer davon.

Am Ende geht's von Haus zu Haus
Der Obmann der Gamper Weihnachtsschützen in Hallein erzählt vom Entstehen der Schützengruppe: „1976 wurden wir offiziell gegründet. Aber es wurde schon früher geschossen.“ Wann aber schießen die Gamper Weihnachtsschützen? „Am 24. Dezember beginnt die Rauhnacht um zwölf Uhr Mittags. Wir schießen bis 12.15.“ Am Christtag beginnt das Szenario von Neuem, aber um 11.45 Uhr.

Mit dem letzten Schuss um Punkt zwölf Uhr endet die Rauhnacht – die bösen Geister sollen dann laut Brauchtum verschwunden sein.

Zitat Icon

Im Flachgau, in der Stadt und im Tennengau dominiert das Sternschießen. Innergebirg zieht man von Haus zu Haus.

Josef Braunwieser, Schützenkommandant

Gleiches Szenario am heutigen Silvestertag: Punkt zwölf Uhr knallen die Schüsse. Am Neujahrstag krachen die Handböller um Zwölf ein letztes Mal.

Die Schützen in Action
Die Schützen in Action(Bild: ADI ASCHAUER)

Die Gamper Weihnachtsschützen pflegen aber noch einen anderen Brauch, wie Züger erklärt: „Ab dem letzten Silvesterschuss ziehen wir in sieben Gruppen los, gehen von Haus zu Haus, überbringen unsere Glückwünsche fürs neue Jahr und feuern eine Salve ab.“ Eine Spende oder ein Jauserl später zieht man weiter.

Innergebirg anders als im Flachgau
Letzteres sei eigentlich eher ein Brauch im Innergebirg, schildert Josef Braunwieser, Landeskommandant der Salzburger Schützen. Der Bergheimer klärt auf: „Im Flachgau, in der Stadt und im Tennengau dominiert das Sternschießen – also Silvester und Neujahr. Zu Weihnachten schießen nur die Gamper, Großgmainer und St. Leonhardter. Und im Innergebirg zieht man eher von Haus zu Haus.“

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