22.10.2019 06:00 |

Irrer Plan

Graz als Drehscheibe: Krimi um Maduros Goldschatz

Es ist ein Akt der Verzweiflung - und eine abenteuerliche Geschichte: Nicolas Maduro, der zunehmend machtlose Machthaber von Venezuela, wollte offenbar das in London gebunkerte Staatsgold an eine österreichische Bank verscherbeln. Er dürfte auf einen Hochstapler hereingefallen sein. Graz, so der irre Plan, sollte der Umschlagplatz sein.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wollte Maduro Gold im Wert von 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) „abheben“ - doch die Bank of England sagte „No“. Der Grund ist das Embargo, das verhängt wurde, als Maduro die Machtübergabe an den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido verweigert hatte.

Die Lage in dem lateinamerikanischen Land hat sich seitdem noch verschärft: Der Bevölkerung fehlt es an Lebensmitteln, Medizin - an allem. Immer wieder gibt es Stromausfälle. Die Ölindustrie, einst größte Einnahmequelle, ist zusammengebrochen. Maduro braucht dringend Geld, um sich weiter an der Macht halten zu können.

Wie ein Agententhriller
Wie er das anstellen wollte, liest sich wie das Drehbuch eines Agentenfilms: Ein Mann namens Charles Vincent soll ihm seine Hilfe angeboten haben. Er gab an, für die Kanzlei „Pipaud & Partners Sarl“ als Investmentberater zu arbeiten. An der angeführten Adresse in Genf in der Schweiz seien jedoch keine Büroräumlichkeiten zu finden, berichten Bloomberg und „Bild“. Vincent sei ein „Nobody“. In Venezuelas Hauptstadt Caracas wurde er trotzdem empfangen.

Er behauptete, er könne die britischen Notenbanker dazu bringen, den Verkauf von Venezuelas Gold an eine österreichische Bank zu genehmigen. Um eine Milliarde Dollar - also weit unter Preis. Die Differenz von 500 „Mille“ wollte der windige Vermittler offenbar selbst einstecken - eine stattliche Provision.

„Eingefrorenen“ Schatz zum Schmelzen bringen
In einer „im Staatseigentum befindlichen Metallverarbeitungsanlage“ in Graz - welche das sein soll, ist unklar - sollte das „eingefrorene“ Gold umgeschmolzen und danach eine Tonne pro Woche an eine tschechische Bank weiterverkauft werden. Ein völlig irrer Plan.

Kronen Zeitung

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