19.10.2019 18:23 |

Schlachtfeld SPÖ

„Angriff, um mich zum Schweigen zu bringen“

Nach dem Wahldebakel fliegen in der SPÖ die Fetzen: Ex-Geschäftsführer Max Lercher, der zuletzt mit interner Kritik Schlagzeilen gemacht hatte, wurde öffentlich eine „20.000-Euro-Monatsgage“ angedichtet - und zwar aus den eigenen Reihen. Was wirklich dahintersteckt und wie der Angepatzte darauf reagiert.

„20.000 Euro Monats-Gage für Partei-Rebell.“ So lautete die Schlagzeile einer Gratiszeitung, als Quelle werden SPÖ-Insider genannt. Gemeint ist Parteikritiker Max Lercher - und der Leser fragt sich: Wie glaubwürdig kann der sein, wenn er selbst so viel Parteigeld einsackt? Allein: Es gibt sie nicht, die 20.000-Euro-Gage.

Wahr ist: Diese Summe wird seit Frühjahr von der SPÖ an die Firma Leykam - ein rotes Unternehmen, dessen Geschäftsführer Lercher ist - für Projekte bezahlt. Lercher selbst erhält, wie er der „Krone“ erklärt, ein Brutto-Monatssalär von 6000 Euro als Leykam-Chef - diese für einen selbst ernannten „Proleten“ immer noch üppige Gage werde nach seinem Parlamentseinzug aber auf rund die Hälfte reduziert.

Der Steirer, der mit Leykam auch im Landtagswahlkampf mitmischt, sieht in alldem eine „Intrige“. Seinen „Parteifreunden“, die das Gerücht lanciert haben, unterstellt er „einen bewussten Angriff, um mich zum Schweigen zu bringen“.

Sprecher weist Vorwürfe zurück
Insider behaupten nun, der Angriff sei von der Parteispitze verübt worden. SPÖ-Manager Christian Deutsch hat in der jüngsten Vorstandssitzung jedenfalls vor rund 50 Teilnehmern über den Leykam-Vertrag informiert, dabei auch Lerchers Namen genannt - theoretisch kämen also viele Genossen als „Informanten“ infrage. Ein Sprecher der Partei weist die Vorwürfe, Deutsch & Co. steckten dahinter, freilich zurück.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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