16.10.2019 13:31 |

Nach FPÖ-„Warnung“

Maurer kontert: „FPÖ und Hofer bespielen Hass“

Vor dem Beginn möglicher Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP hat die künftige grüne Abgeordnete Sigrid Maurer Norbert Hofer und die FPÖ kritisiert. Bezüglich der Warnungen vor einer Innenministerin Maurer sagte sie: „Die FPÖ und Hofer bespielen damit den bestehenden Hass, der immer wieder auf mich hereinbricht. Den weiter anzufeuern ist offensichtlich das Ziel.“ Hofer hatte zuvor eine mögliche Koalition zwischen ÖVP und Grünen als „Katastrophe, die über uns hereinbricht“, bezeichnet.

Die FPÖ hatte schon im Wahlkampf vor Maurer als Innenministerin gewarnt und auch Hofer hatte dies am in einer Pressekonferenz wiederholt und die Grünen im Zuge dessen als „Weltuntergangssekte“ bezeichnet. Dass Hofer auch nach dem „absolut widerlichen Posting“ des Linzer FPÖ-Vizebürgermeisters Markus Hein noch immer so weitermache, findet Maurer „absolut ekelhaft“, wie sie im Gespräch mit „Heute“ betonte. 

Hein hatte in einer Fotomontage unterstellt, dass eine Innenministerin Maurer zu mehr Messerattacken durch Ausländer führen würde. Ein Ministeramt für sie im Innenressort sei jedenfalls nie ein Thema für die Grünen gewesen, versicherte Maurer, die auch nicht Teil des am Dienstag von Parteichef Werner Kogler vorgestellten Sondierungsteams ist. Die künftige grüne Abgeordnete war in den sozialen Medien immer wieder Hasspostings ausgesetzt. So war sie von einem Lokalbetreiber geklagt worden, weil sie Facebook-Nachrichten mit obszönem Inhalt veröffentlicht hatte, der Lokalbetreiber hatte behauptet, die Nachricht nicht selbst geschrieben zu haben. In erster Instanz war Maurer verurteilt worden, die Wiederholung des Verfahrens ist noch nicht abgeschlossen.

„Nicht Kurz gemeint, sondern FPÖ“
Das ihr ursprünglich zugeschriebene Zitat, wonach FPÖ-Chef Norbert Hofer und ÖVP-Obmann Sebastian Kurz beide gemeint waren, sei ein „Missverständnis“ gewesen, so Maurer. Sie habe damit nicht Kurz gemeint, sondern Hofer und die FPÖ, erläuterte Maurer gegenüber der APA. Die FPÖ reagierte am Mittwoch mit Häme auf Maurers Klarstellung. Noch nie sei es jemandem gelungen, „ein Opfer der ,Message Control‘ einer anderen Partei zu werden, noch bevor mit dieser Partei Koalitionsverhandlungen starten“, sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. „Dieses Verhalten bringt Sigrid Maurer einen Eintrag ins Guinness-Buch der Grünen Rekorde“, so Hafenecker in einer Aussendung. Außerdem meinte Hafenecker, die Warnung vor Maurer als Innenministerin habe „nichts mit Hass zu tun, sondern mit dem Schutz der Österreicherinnen und Österreicher vor einer katastrophalen Regierungspolitik“.

„Solche Hetze begleitet mich schon sehr lang“
Gegenüber der „Krone“ sagte die Politikerin, sie habe gelernt, mit derartigen Dingen umzugehen: „Solche Hetze begleitet mich schon sehr lang, sie richtet sich aber auch selbst und trifft mich nicht persönlich.“ Dass sie als Stolperstein für die türkis-grüne Koalition gilt, kann sie nicht nachvollziehen: „Ich bin nämlich eigentlich eine ganz Nette. Es wäre absolut unvernünftig, nicht in Gespräche mit der ÖVP einzutreten. Wir sind ja nicht aus Spaß angetreten, wir haben eine Verantwortung - das habe ich schon am Wahlabend gesagt.“

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