15.10.2019 11:00 |

Leichenfund in Tirol

OLG belässt Strafe für Angeklagten bei 20 Jahren

Im Fall einer bei Flurreinigungsarbeiten in Fritzens in Tirol im April des Vorjahres - die „Krone“ berichtete - entdeckten Leiche hat das Oberlandesgericht Innsbruck (OLG) am Dienstag die vom Erstgericht verhängten 20 Jahre Freiheitsstrafe gegen einen 74-Jährigen bestätigt. Dem Beschuldigten wurde vorgeworfen, im Frühjahr 2016 seinen 75-jährigen Bekannten durch sechs heftige Schläge gegen den Kopf getötet zu haben.

Verteidiger Markus Abwerzger hatte Berufung eingelegt. Das Erstgericht habe die Strafzumessungsgründe nicht richtig gewichtet, meinte er in der Verhandlung. Denn sein Mandant hatte einen ordentlichen Lebenswandel und zudem sollte auch sein fortgeschrittenes Alter berücksichtigt werden. „20 Jahre sind weder schuld- noch tatangemessen“, so Abwerzger.

Richter sprach zwei Vorstrafen des Beschuldigten an
Das Oberlandesgericht folgte der Argumentation der Verteidigung jedoch nicht. Der Angeklagte hatte keinen ordentlichen Lebenswandel, meinte der Richter und sprach zwei Vorstrafen des Beschuldigten an. Zudem sei das Opfer durch brutale Gewalt zu Tode gekommen. „Ihm wurde der Schädel an einer Seite zertrümmert. Diese brutale Vorgangsweise ist als erschwerend zu rechnen“, erklärte der Richter und wies die Berufung der Verteidigung ab. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Testament wurde abgeändert
Der 74-Jährige hatte sich im erstinstanzlichen Prozess nicht schuldig bekannt. Als Motiv für die Tat sah die Staatsanwaltschaft ein Testament des Opfers, das dem Beschuldigten sowohl eine Wohnung als auch 60.000 Euro zusprach. Dieses Testament wurde jedoch später abgeändert, sodass der 74-Jährige leer ausging.

Die Leiche war am 30. April des vergangenen Jahres in der Nähe eines Fußballplatzes bei Flurreinigungsarbeiten entdeckt worden. Sie steckte in mehreren Plastiksäcken, die oberflächlich eingegraben und mit Ästen bedeckt waren. Eine DNA-Analyse bestätigte Wochen später, dass es sich bei dem Toten um einen seit Juli 2016 als abgängig gemeldeten Tiroler handelt. Für die Ermittler war das Opfer „kein Unbekannter“, hieß es, hatte die Justiz doch in den 1980er- und 1990er-Jahren zahlreiche Verfahren gegen den Mann wegen Eigentums-und Suchtmitteldelikten geführt.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol Wetter
1° / 9°
stark bewölkt
-2° / 6°
stark bewölkt
-1° / 7°
stark bewölkt
-1° / 6°
stark bewölkt
0° / 5°
starker Regen

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen