09.10.2019 17:49 |

Schüsse auf Synagoge

Jüdische Gemeinde: „Unsere Türen haben gehalten“

Ein schwer bewaffneter Täter hat nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, die Synagoge direkt angegriffen. „Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen“, sagte Privorozki. „Aber unsere Türen haben gehalten.“

Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte Privorozki der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. In der Synagoge habe die Gemeinde den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert. Die Menschen seien geschockt gewesen. Vor der Tür habe ein Todesopfer des Angreifers gelegen. „Wir haben die Türen von innen verbarrikadiert und auf die Polizei gewartet.“

In Halle waren am Mittwoch, wie berichtet, zwei Menschen in der Nähe der Synagoge erschossen worden. Während des Angriffs sollen sich 70 bis 80 Menschen in dem Gotteshaus aufgehalten haben.

Jom Kippur: Jüdischer Versöhnungstag
Jom Kippur ist der höchste Festtag im Judentum. Der „Tag der Sühne“ steht im Zeichen von Umkehr und Versöhnung: Jüdische Gläubige sollen beten, fasten und Almosen geben - als Ausdruck von Reue und Sorge um ihre Mitmenschen. Auf ein Festmahl mit der Familie folgt mit dem Sonnenuntergang ein etwa 25 Stunden langes Fasten. Der Feiertag beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Synagoge.

Festliche weiße Kleidung soll Reinheit symbolisieren, aber auch an weiße Totengewänder erinnern. In Israel wird zu Yom Kippur auch der Opfer des Krieges von 1973 gedacht, als Ägypten und Syrien das Land angegriffen hatten.

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