Ex-Freundin getötet

Höchststrafe für Syrer ist FPÖ-Chef Hofer zu wenig

Der Mordfall sorgte über die Grenzen des Landes für Schlagzeilen, das am Donnerstag ausgesprochene Urteil ebenso (siehe auch Video oben): Dass Yazan A., jener 20-jährige Syrer, der seine 16 Jahre alte Ex-Freundin Manuela K. in einem Park in Wiener Neustadt mit einem Gürtel erdrosselt hatte, zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde, stößt so manchem sauer auf. So ist die Höchststrafe etwa für FPÖ-Chef Norbert Hofer nicht genug, wie er seine Follower auf Facebook wissen ließ.

Drei Tage lang beschäftigte sich das Gericht mit jenem schrecklichen Drama, das sich in der Nacht auf den 13. Jänner im Anton-Wodica-Park zugetragen hat. Mehr als 20 Zeugen und drei Sachverständige sagten aus. Laut Anklage lauerte der damals noch 19 Jahre alte Syrer seiner Ex-Freundin Manuela K., die nach einer Partynacht auf dem Heimweg war, im Park auf. Yazan A. erwürgte das Mädchen mit seinem Gürtel. Laut Gerichtsmediziner Wolfgang Denk gab es eine mehrminütige massive Gewalteinwirkung gegen den Hals des Mädchens.

„Du hast mir mein Kind genommen“
Die Leiche von Manuela K. wurde am nächsten Tag unter einem Laubhaufen entdeckt. Die 41-jährige Mutter des Mädchens sagte an Tag zwei des Mordprozesses als Zeugin aus. „Du hast mir mein Kind genommen“, schrie die Frau dem Angeklagten im Gerichtssaal entgegen.

„Glaube an euer Gesetz“
Am Donnerstag wurde Yazan A. schließlich am Landesgericht Wiener Neustadt einstimmig zu 15 Jahren Haft wegen Mordes, Störung der Totenruhe, Körperverletzung und sexueller Belästigung verurteilt. Zudem wird der junge Syrer in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. „Ich glaube an euer Gesetz und eure Gerechtigkeit, aber ich bleibe bei meiner Aussage. Ich hab den Mord nicht begangen“, hatte Yazan A. noch in seinen Schlussworten vor Gericht beteuert. „Ich habe genug Scheiße gebaut. Ich bin noch jung, junge Leute machen Fehler. Aber ich hab den Mord nicht begangen.“

Hofer für „lebenslange Haftstrafe in syrischem Gefängnis“
Der Fall - und nun auch das Urteil - haben erwartungsgemäß im ganzen Land für teils heftige Reaktionen in den sozialen Netzwerken gesorgt. So auch beim Chef der Freiheitlichen, Norbert Hofer, der auf Facebook seine Unzufriedenheit mit den 15 Jahren Haft für den Syrer kundtat. Ihm wäre es lieber, wenn Yazan A. „eine lebenslange Haftstrafe in einem syrischen Gefängnis verbüßen müsste“, so Hofer. Doch jetzt komme „der österreichische Steuerzahler für die Kosten seiner Betreuung auf“, ärgert sich der FPÖ-Parteichef.

Mehr als 4000 Facebook-Usern gefällt Hofers Posting zu dem Urteil. „15 Jahre betreutes Wohnen in Österreich, was gibt‘s Schöneres für ihn“, schreibt ein User unter den Eintrag. In der Mehrheit der Kommentare wird dem Chef der Freiheitlichen mit seiner Aussage recht gegeben, man sei „einer Meinung“, so der Tenor.

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