29.09.2019 12:15 |

Kandidaten wählen

Rendi-Wagner gab als Erste ihre Stimme ab

Die Stimmabgabe für die Nationalratswahl läuft auf Hochtouren. Viele der rund 6,4 Millionen Wahlberechtigten haben bereits gewählt. Als erste der Spitzenkandidaten gab am Sonntagvormittag SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ihre Stimme ab (Video oben). In ihrem Wahllokal im ersten Wiener Gemeindebezirk erschien sie gut gelaunt gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Rendi.

Die Spitzenkandidaten gingen den Wahlsonntag entspannt an, nach der Stimmabgabe verbringen ihn die meisten im Kreis ihrer Familie. Am frühen Abend geht es dann in die Wahlzentralen bzw. zum Interviewmarathon ins Medienzentrum in der Hofburg. Je nach Wahlergebnis gefeiert oder getrauert wird am Abend im Kursalon Hübner (ÖVP), in der Prater Alm (FPÖ), im Zelt vor der Parteizentrale (SPÖ), im Volksgarten (NEOS), im „Metropol“ (Grüne) oder im „Aux Gazelles“ (JETZT).

Rendi-Wagner: „Sehr guten Wahlkampf geführt“
SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gab als erste der Spitzenkandidaten bereits um 9.30 Uhr ihre Stimme in einer Schule im ersten Bezirk ab. In einem kurzen Statement erklärte die rote Spitzenkandidatin, dass ihre Partei einen „sehr guten Wahlkampf“ mit vielen Themen geführt habe. Eine Prognose für den Ausgang wollte sie nicht stellen - der Wähler habe das Wort. Den Tag verbringt Rendi-Wagner mit ihrer Familie. Die Wahlfeier der SPÖ findet traditionell im Festzelt vor der Parteizentrale in der Löwelstraße statt. 

Kurz staatstragend und „zuversichtlich“ 
Staatstragend gab sich ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz bei seiner Stimmabgabe. Der ehemalige Bundeskanzler und klare Favorit bei der Wahl ging gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin in seinem Wiener Heimatbezirk Meidling wählen. In seiner kurzen Ansprache danach zeigte sich Kurz „zuversichtlich“, bei der Wahl den ersten Platz zu erreichen. Ein weiteres Ziel sei es, eine Mehrheit gegen sich und die ÖVP zu verhindern. Wenig überraschend wollte er sich nicht zu Koalitionspräferenzen nach der Wahl äußern. 

Nach der Stimmabgabe stand ein Mittagessen mit seiner Familie am Programm. Den Nachmittag verbringt Kurz daheim, mit seinem engsten Team und der Verwandtschaft wird er die erste Hochrechnung um 17 Uhr noch zu Hause verfolgen. Im Anschluss geht es in die Wahlzentrale in der Hofburg. Die türkise Wahlfeier steigt im Kursalon Hübner im Wiener Stadtpark.

Video: Sebastian Kurz bei der Stimmabgabe

Hofer: „Eine echte Herausforderung“
FPÖ-Chef Norbert Hofer weilte am Vormittag noch im Burgenland, dort wählte er in seiner Heimatgemeinde Pinkafeld. In Bezug auf seine Erwartungshaltung gab er sich vor seinem Wahllokal zurückhaltend. Die Ausgangssituation der FPÖ sei „eine echte Herausforderung“, er erwarte einen „sehr spannenden Tag“, so Hofer. Das Ibiza-Video und die Spesenaffäre seien „natürlich eine Vorbelastung“. „Aber ich bin es gewohnt, ein paar Steine im Rucksack mitzutragen“, sagte der FPÖ-Chef.

Nach seiner Stimmabgabe verbringt Hofer Zeit mit seiner Familie, bevor er am Nachmittag nach Wien fährt. Die Wahlzentrale der Blauen befindet sich im FPÖ-Medienzentrum in der Doblhoffgasse. Feiern wollen die Freiheitlichen am Abend in der „Prater Alm“. 

Video: Norbert Hofer bei der Stimmabgabe

Kogler: „Bis halb zwei in der Früh wahlgekämpft“
Grünen-Chef Werner Kogler wählte am Vormittag in Wiener Bezirk Wieden. Man dürfe sich von den Umfragen nicht täuschen lassen, sagte er bei der Stimmabgabe. „Wer Grüne im Parlament will, soll auch Grün wählen.“ Wieder ins Parlament zu kommen und möglichst stark werden, seien seine Ziele, so Kogler, der sich aber keine quantitative Latte legte. Mangelndes Engagement ließ er sich nicht vorhalten: „Wir haben bis halb zwei in der Früh wahlgekämpft.“

Den Nachmittag wird er im engsten Parteikreis verbringen. Bevor er gegen 19.15 Uhr im Medienzentrum in der Nationalbibliothek eintrifft, plant Kogler noch einen Zwischenstopp in der Grünen Wahlzentrale im „Metropol“, wo auch die Wahlfeier stattfinden wird.

Video: Werner Kogler bei der Stimmabgabe

Meinl-Reisinger: „Es wird sehr gut ausschauen“
NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger verbrachte den Vormittag mit ihrer Familie. Nach einem gemütlichen Frühstück gab sie ihre Stimme in einem Gymnasium im neunten Bezirk ab. „Es wird sehr gut ausschauen“, sagte sie.

Nach ihrer Stimmabgabe plante die pinke Frontfrau noch einen entspannten Sonntagsspaziergang, am Nachmittag will sie sich auf den Wahlabend vorbereiten. Gegen 18 Uhr ist ein Auftritt Meinl-Reisingers im Wiener Club Volksgarten vorgesehen, wo die pinke Wahlfeier steigt.

Video: Meinl-Reisinger bei der Stimmabgabe

Pilz: „Wahrscheinlich geht es sich aus“
Für JETZT-Spitzenkandidat Peter Pilz ging es am Vormittag zur Stimmabgabe in eine Schule in Kaisermühlen. Begleitet von seiner Frau Gudrun zeigte sich der Langzeitabgeordnete zuversichtlich, trotz schwacher Umfragewerte den Wiedereinzug ins Parlament zu schaffen: „Ja, wahrscheinlich geht es sich aus.“ Den Nachmittag verbringt er mit seiner Familie. Gegen 22 Uhr wird er bei der Wahlfeier seiner Liste im Lokal „Aux Gazelles“ in Mariahilf auftreten.

Video: Peter Pilz bei der Stimmabgabe

Van der Bellen will keinen Zeitdruck bei Regierungsbildung machen
Bundespräsident Alexander Van der Bellen schritt schließlich gegen Mittag mit Gattin Doris Schmidauer und Hund „Juli“ in einer Volksschule in Wien-Landstraße zur Wahlurne. Als besonders schmutzig wollte Van der Bellen den abgelaufenen Wahlkampf nicht bezeichnen. „Jeder Wahlkampf ist hart“, meinte er. Wichtig sei, dass sich die Kontrahenten „bewusst sind, dass sie spätestens ab Montagnachmittag wieder miteinander reden können“. Nach der Wahl will der Bundespräsident in Sachen Regierungsbildung jedenfalls „keinen Zeitdruck“ machen, wie er betonte.

Video: Alexander Van der Bellen bei der Stimmabgabe

Nicht in Wien, sondern in Innsbruck befindet sich die Wahlzentrale des Bündnisses „Alternative Listen, KPÖ Plus, Linke und Unabhängige“, nämlich im Cafe „Jolly“ in der Innenstadt. Spitzenkandidat Ivo Hajnal schritt am Vormittag in Innsbruck zur Urne. Der „Wandel“ plante keine medienöffentliche Veranstaltung.

Bierpartei plant „ausufernde Feierlichkeiten“
Bierpartei-Spitzenkandidat Marco Pogo will sich nach eigenen Angaben im Laufe des Tages in der Hofburg „den Fragen der nationalen und internationalen Presse“ stellen. Am Abend plant die Satirepartei ihren „zu erwartenden Wahlerfolg“ bei „ausufernden Feierlichkeiten“ im „Aera“ im ersten Bezirk zu begießen.

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