25.09.2019 16:31 |

Kurzmann rechnet ab

Haider bis Strache: „Selbstbedienungsladen“ FPÖ

Der steirische FPÖ-Landtagspräsident Gerhard Kurzmann hat sich am Mittwoch mit deutlichen Worten zu den Spesenvorwürfen gegen Ex-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache geäußert. Rund um Strache und dessen Vorgänger an der Parteispitze, Jörg Haider, habe es immer Gerüchte über unsaubere Geldverwendung gegeben, die FPÖ sei „zum Teil ein Selbstbedienungsladen gewesen“, so der ehemalige FPÖ-Rechnungsprüfer.

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Bis 2015 war Kurzmann in den Führungsgremien der Bundespartei: „Ich habe das Ende der Ära Jörg Haider als FPÖ-Chef miterlebt - und war schon damals überrascht, dass es sogenannte Reptilienfonds (Anm.: „schwarze Kassen“) gegeben hat, aus denen man etwa Krokoleder-Taschen für die ehemalige Vizekanzlerin (Susanne Riess-Passer, Anm.) bezahlt hat. Wenn Haider mit dem Hubschrauber zu Wahlkampfauftritten geflogen ist, dann haben wir das unterstützt. Aber wenn sich jemand seine Kleidung zahlen lässt, dann ist das nicht in Ordnung“, so Kurzmann im Gespräch mit der „Krone“.

„Gefährdung der Demokratie“
Auch bei Strache habe es immer wieder Gerüchte gegeben: „Die Wiener Landespartei wird das prüfen, bis jetzt sind es nicht bewiesene Vorwürfe. Aber: Wenn es ein Fehlverhalten gegeben hat, ist es im Interesse jedes Freiheitlichen, dass es Aufklärung gibt und zu Unrecht bezogene Gelder zurückgefordert werden.“ Auch strafrechtliche Tatbestände müssen laut dem blauen Granden geprüft werden: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und ich halte es für eine Gefährdung der Demokratie, wenn es solche Vorgänge gegeben hat!“

Der ehemalige steirische FPÖ-Chef zeigt sich über den Umgang mit Steuergeldern „erschüttert, weil ich davon ausgehe, dass jeder Politiker ordentlich verdient. Ich habe immer sehr gut verdient. Darüber hinaus gibt es eine Spesenpauschale, und ich bin damit immer gut ausgekommen.“ Er habe kein Verständnis für den aufwendigen Lebensstil mancher Politiker, für sie sei Politik ein „Selbstbedienungsladen“, sagt er zur „Krone“.

„Haben Zeche bezahlt
Enttäuscht zeigt sich Kurzmann vor allem von Jörg Haider, den er 1986 am Innsbrucker Parteitag mitgewählt hat: „Von jemandem, dem das Bärental gehört, hätte man nicht erwartet, dass er auch Reptilienfonds besitzt. Wir in der Steiermark haben die Zeche für diese unsaubere Politik bezahlt und sind dann aus dem Landtag geflogen.“

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