20.09.2019 23:52 |

„Week for Future“

Die ganze Welt streikte für den Klimaschutz

Millionen von Menschen, von der Antarktis bis Venezuela, haben am Freitag anlässlich der Klimaschutzwoche „Week for Future“ für mehr Klimaschutz gestreikt. In mehr als 150 Ländern und Tausenden Städten gingen Besorgte auf die Straßen. In Österreich beteiligten sich mehr als 700 Gemeinden an der Aktion.

In Australien und der Pazifikregion stiegen am Freitag die ersten Protestaktionen zum weltweiten Klimastreik. Zehntausende Kinder in den unterschiedlichsten Städten des Kontinents - und auf vom Steigen des Meeresspiegels bedrohten Inseln wie Vanuatu, den Salomonen und Kiribati - versammelten sich, um Politiker eine so klare wie dringliche Botschaft zu senden.

Hunderttausende demonstrierten
„Wir sinken nicht, wir kämpfen“, hallten die Sprechchöre begeisterter Aktivisten etwa durch die Straßen von Melbourne, Canberra und Perth. „Es ist uns wirklich wichtig“, wurde etwa der 16-jährige Will Connor in Sydney zitiert: „Sonst werden wir keine Zukunft haben.“ Die - friedlichen - Großkundgebungen lockten 300.000 vorwiegend junge Menschen an.

„Auswirkungen schon spürbar“
Auf den Philippinen, die nach Angaben von Experten besonders vom steigenden Meeresspiegel und von immer stärkeren Stürmen bedroht sind, demonstrierten Tausende. „Es gibt viele Menschen hier, die die Auswirkungen des Klimawandels schon spüren können, zum Beispiel mit Taifunen“, sagte Yanna Palo, 23 Jahre alt, bei einer Demonstration in der Hauptstadt Manila.

„Wir wollen keine Entschuldigungen“
„Wir sind die Zukunft und wir verdienen Besseres“, ließ die zwölf Jahre alte Lilly Satidtanasarn in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wissen. Lilly gilt wegen ihrer Kampagne gegen Plastiksackerl als „Thailands Greta“. Die Erwachsenen „reden nur darüber, aber sie tun nichts“, kritisierte sie. „Wir wollen keine Entschuldigungen.“ In Neu-Delhi und Mumbai in Indien verließen Schulkinder ihre Klassenzimmer, um zu streiken.

Aktivisten aus 100 Ländern dabei
Klimaaktivistin Greta Thunberg, die schon vor einigen Wochen nach New York gesegelt war und mit eher magerem Zulauf bereits vor dem Weißen Haus in Washington demonstriert hatte, wird dem UNO-Klimagipfel im Big Apple beiwohnen. Dort wird übrigens auch Bundespräsident Van der Bellen erwartet. Hunderttausende Schüler, die vorab die Erlaubnis erhielten, für die Teilnahme an der Demonstration dem Unterricht fernbleiben zu dürfen, nahmen an Protestaktionen teil. Thunberg teilte in der Zwischenzeit eifrig Fotos und Videos der erfolgreichen Proteste.

„Ihr zeigt uns den Weg!“
Thunberg wünschte via Twitter allen der teilnehmenden Ländern für ihre Protestaktionen viel Glück. „Es ist ein früher Morgen im Pazifik. Bald geht die Sonne am 20. September auf. Viel Glück Australien, Philippinen, Japan und den pazifischen Inseln. Ihr zuerst! Nun weist uns die Richtung!“, ließ die frischgebackene „Botschafterin des Gewissens“ in der Früh ihre Follower wissen.

„Keine Zukunft auf einem toten Planeten“
Für die internationale Streikwoche hatten Aktivisten schon Proteste in mehr als 2600 Städten angekündigt, und das nicht nur im englischsprachigen Raum. Auch in Afrika verschafften sich mehrere Hundert vor allem junge Menschen auf den Straßen Gehör. Im südafrikanischen Johannesburg waren Plakate wie „No future on a dead planet“ (Keine Zukunft auf einem toten Planeten) oder „Unite, don‘t ignite“ (Eint, aber zündelt nicht) zu lesen.

Alle Aktivisten eint ein gemeinsames Ziel: Sie fordern von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.

Auch Österreich im Kampf gegen Klimakollaps
Auch in Österreich wurde dafür im Rahmen der „Austria for Future“-Aktion gestreikt. Hunderte Gemeinden hatten dazu im Laufe des Tages als verbindendes Element unter ihrem Ortsschild den Zusatz „Für die Zukunft“ angebracht.

Vom Picknick zum Müllsammeln
In Wien standen ebenfalls zahlreiche Demonstrationen auf dem Programm. Neben Kundgebungen am Heldenplatz, beim Haus des Meeres und am Schuhmaierplatz gab es Müllsammelaktionen auf der Rossauer Lände und in Hütteldorf sowie ein Picknick vor der Karlskirche und ein Flashmob am Handelskai.

An einem Streik mit der „Fridays for Future“-Bewegung am 31. Mai hatten sich in Wien 10.000 Personen beteiligt.

Zahlreiche Aktionen in den Bundesländern
In Niederösterreich gab es unter anderem in Krems und Bruck an der Leitha Demos, in Henndorf am Wallersee hatten sich Musikmittelschule und Volksschule Henndorf zum Protest zusammengeschlossen und Orte der Gemeinde Fucking in Oberösterreich hatten für ihre Aktionen gar eine eigene Homepage kreiert. Auch in Villach in Kärnten wurde protestiert.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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