Angst vor Gestank

Tierwohlstall bringt die Nachbarn in Rage

In Holzhausen und Oftering in Oberösterreich droht die nächste „Schweinerei“. Alarmiert durch einen „Krone“-Bericht über die Geruchsbelästigung durch einen Wohlleben-Schweinestall in Buchkirchen bei Wels, wollen Anrainer in der Ortschaft Jebenstein einen solchen vor ihren Nasen schon in der Planungsphase verhindern.

„Ich habe an nur einem Tag 60 Unterschriften gegen den Stall gesammelt“, erzählt Anrainerin Leopoldine R. aus Holzhausen. Über der Gemeindegrenze in Oftering will ein Landwirt aus Holzhausen einen sogenannten Tierwohlstall für 600 Mastschweine errichten. „Wir würden dann mit unserem Bungalow zwischen zwei Ställen, den Mutterschweinstall im Westen und dem neuen Mastschweinestall im Osten sitzen.“ Gegen den Mutterschweinestall hat die Familie R. keinen Einspruch erhoben. „Der Bauer war schließlich zuerst da. Außerdem hatte er dort strenge Auflagen, die Fenster müssen geschlossen sein und es gibt eine Lüftung.“

Sorgen um Hausbrunnen
Anders schaut es im offenen Tierwohlstall aus, wie die Buchkirchner Anrainer leidvoll erfahren mussten. Weitere Befürchtungen von Leopoldine R. betreffen ihren Hausbrunnen. „Mehr Schweine bedeuten auch mehr Gülle. Ich weiß nicht, ob das mein Brunnen aushält. Ich möchte ein Brunnenschutzgebiet.“ Ihre Einwände hat sie auch in Oftering vorgetragen. Bürgermeister Dietmar Lackner: „Derzeit gibt es nur den Antrag des Grundbesitzers auf Vorprüfung beim Land. Die Gemeinde ist noch nicht involviert.“

Interessenskonflikt
„Gerade im Schweinebereich gibt es die Forderung von Konsumenten und Tierschützern nach mehr Stroh und weniger bis keine Spaltenböden. Deshalb werden neue Stallsysteme entwickelt, bei denen die Tiere auch ins Freie können. Das führt im Sommer zu Geruchsproblemen“, weiß auch Franz Vogelmayer von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. „Das Interesse für mehr Tierwohl schlägt sich mit Anrainerinteressen.“

Claudia Tröster
Claudia Tröster
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