09.09.2019 08:00 |

Ski Alpin

Salzburgs Herren erwarten harte Zeiten

67 Siege, insgesamt 138 Podestplätze. Das ist die eindrucksvolle Bilanz der letzten zwölf Weltcupsaison von Marcel Hirscher. Im selben Zeitraum fuhren mit Hannes Reichelt, Michael Walchhofer, Hermann Maier, Georg Streitberger, Reinfried Herbst, Joachim Puchner und Philipp Schörghofer auch sieben andere Salzburger Ski-Herren auf das Podest. Ihre gemeinsame Bilanz: 33 Siege, 93 Podestplätze. Im kommenden Winter droht den SLSV-Herren allerdings ein bitterer „Salto Nullo“!

Seit der Weltcup-Saison 1991/92 sind Salzburgs Skiherren kaum mehr wegzudenkende Stammgäste auf dem Podest. Jahr für Jahr landete zumindest ein SLSV-Läufer bei einem Rennen in den Top-3. Eine Serie, die im kommenden Winter zu reißen droht. Schon in der letzten Saison schaffte es nur der inzwischen zurückgetretene Annaberger Marcel Hirscher, Salzburgs Fahnen mit neun Siegen, vier zweiten und zwei dritten Plätzen hochzuhalten.

„Die nächsten Saisonen werden nicht lustig“, gesteht Salzburgs Ski-Boss Bartl Gensbichler. „Wir haben zwar viele junge Fahrer mit Potenzial, es wird aber sicher drei bis fünf Jahre dauern, bis wir die Lücke schließen können.“ Während mit Hirscher, Reinfried Herbst, Hannes Reichelt, Georg Streitberger, Philipp Schörghofer, Michael Walchhofer und Joachim Puchner in der Saison 2010/11 noch sieben Salzburger für 18 Weltcup-Podestplätze sorgten, sind im Winter 2019/20 mit Reichelt, Roland Leitinger und Stefan Brennsteiner überhaupt nur noch drei fix im Weltcup gesetzt. Speedspezialist Christopher Neumayer darf zwar berechtigt auf Weltcup-Starts hoffen, da der Radstädter allerdings eine fixe Qualifkation über den Europacup verpasst hat, ist er von einem Trainerentscheid abhängig oder muss sich in einer möglichen internen Qualifikation durchsetzen.

Die Bilanz der zwölfjährigen Hirscher-Ära:

Letzte Sieger

Reichelt ist mit seinem Sieg im Super-G von Aspen im März 2017 auch der letzte Salzburger neben Hirscher, der ein Weltcup-Rennen gewinnen konnte. Das ist allerdings auch schon zweieinhalb Jahre her. In der Vorsaison blieb auch der 39-jährige Abfahrts- und Super-G-Spezialist ohne Podest. „Ich traue Hannes auf jeden Fall in Zukunft weitere Podestplätze zu, Seriensieger wird er aber sicherlich keiner mehr“, sagt Ludwig Brunner, sportlicher Leiter der Alpinen im Landesverband.

Mit Philipp Schörghofer trat im Sommer auch jener Salzburger zurück, der abgesehen von Hirscher zuletzt einen Riesentorlauf-Sieg einfahren konnte. Der datiert allerdings bereits vom 6. Februar 2012, als der Filzmooser in Hinterstoder triumphierte.

Noch weiter zurück in der Geschichte geht es bei der Suche nach einem Salzburger Sieg in einem Weltcup-Slalom, der nicht von Hirscher eingefahren wurde. Der gelang Reinfried Herbst am 31. Jänner 2010 in Kranjska Gora (Slo).

Slalom-Krise

Während Salzburg mit Leitinger und Brennsteiner im Riesentorlauf wenigsten zwei Athleten im ÖSV-Team stellt, ist der Slalom nach dem Hirscher-Abgang zu einer Salzburger-freien Zone geworden. Einzige aktuelle Hoffnung: Thomas Hettegger. Der 25-jährige Wagrainer befindet sich nach mehreren schweren Knieverletzungen auf dem harten Weg zurück. Ob und wann er ein Comeback im Weltcup geben kann, ist aber völlig offen. „Die Verletzungen der letzten Jahre haben viele unserer Athleten weit zurückgeworfen oder gar ihre Karriere beendet“, erklärt Brunner. „Dass Hettegger nach seiner letzten Verletzung überhaupt noch einmal zurückkommt, ist für mich schon eine Riesenleistung.“

Eines ist auf jeden Fall klar: Salzburgs Skiherren müssen in den kommenden Saisonen deutlich kleinere Brötchen backen. Aber: „Man weiß nie wann einer daher kommt bei dem es ,Rumms‘ macht“, sind sich Gensbichler und Brunner einig. „Im Nachwuchs haben wir sehr viel Potenzial. Wenn die Burschen verletzungsfrei bleiben, ist aber sicherlich der eine oder andere dabei, der es bis nach ganz oben schaffen kann.“

Peter Weihs
Peter Weihs
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