05.09.2019 22:46 |

CHL-Champion zu stark:

Graz 99ers unterlagen daheim Frölunda mit 1:5

Teuer verkauft haben sich die Eishockey-Cracks der Graz 99ers im ersten Champions-League-Heimspiel der Klubgeschichte! Gegen den amtierenden CHL-Champion Frölunda gab´s am Ende nach hartem Kampf jedoch ein 1:5. Bitterer Beigeschmack: Sowohl Colton Yellow Horn als auch Sebastian Collberg wurden mit Verdacht auf schwere Verletzungen zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert.

Alles war angerichtet für das erste Heimspiel der Champions Hockey League in der Geschichte der Graz 99ers. Als erster Gast rückte niemand Geringerer als der amtierende Champion Frölunda an. Durchaus passend. Der Liebenauer Eisbunker wurde fein herausgeputzt für die Königsklasse. Und bereits vor dem ersten Bully herrschte auf den Rängen beste Stimmung, zu den Klängen der Nationalhymnen wurde lautstark mitgesungen.

1. Drittel
Bereits nach wenigen Sekunden lag den rund 3000 Grazer Eishockeyfans der Torschrei auf den Lippen, doch ein Querpass wurde knapp verpasst. Und auch der neue schwedische Hexer Christopher Nihlstorp im steirischen Tor zeigte nach 90 Sekunden gleich zweimal seine ganze Klasse. So richtig laut wurde es dann beim fäusteschwingenden Tänzchen zwischen dem Grazer Kevin Moderer und Theodor Lennström - beide durften danach vorzeitig unter die Dusche. Und eine kalte Dusche war dann auch das 0:1 für Frölunda nach 7:29 Minuten, erzielt durch Johan Sundström. In der Folge zeigte das Unterzahl-Team seine Sattelfestigkeit, konnte ein weiterer Treffer verhindert werden.

Entmutigt zeigten sich die Fans vom Rückstand aber nicht. 103 Dezibel brachten die steirischen Fans bei einer Lärmmessung aufs Gerät. Noch einige mehr waren es dann wohl nach 12:59 Minuten: Nach einem blitzsauberen Konter bediente Neuzugang Joakim Hillding den „Grazer König“ Dwight King ideal und der stellte volley auf 1:1! Nach dem ersten CHL-Tor in der 99ers-Geschichte überhaupt vergangenen Freitag sorgte er auch im Liebenauer Bunker für die Tor-Premiere. Da konnte auch der Videobeweis der Schiedsrichter nichts daran ändern. Die Halle stand kopf. Die 99ers spielten weiter brav mit, der befürchtete Klassenunterschied war nicht zu sehen. Und das Startdrittel endete mit einem weiteren „Knaller“: Nach einer Rudelbildung, bei der die Schiedsrichter mittendrin waren, musste auch Johan Sundström mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe unter die Dusche.

2. Drittel
Die Schweden kamen mit mehr Schwung aus der Kabine, setzten sich in der ersten Minute im Drittel der Grazer fest - Nihlstorp musste zwei-, dreimal rettend eingreifen. Doch nach rund 24 Minuten war der schwedische Goalie gegen seine Landsleute machtlos, Joel Lundqvist (Zwillingsbruder vom New York Rangers NHL-Stargoalie Henrik) fälschte unhaltbar vor ihm zum 1:2 ab. Und in Unterzahl klingelte es rund vier Minuten später erneut, zum Glück für die 99ers jedoch nur an der Unterkante der Latte und der Puck sprang wieder raus. Kollektives Durchatmen war angesagt. Und wieder nur zwei Minuten später stand King plötzlich allein vor Johan Mattsson, scheiterte aber am Schlussmann von Frölunda. Selbes Bild auf der Gegenseite: Simon Hjalmarsson scheiterte im Eins-gegen-eins am hervorragend reagierenden Nihlstorp.

Im folgenden Powerplay spielte es Frölunda lehrbuchmäßig. Über mehrere Stationen kam der Puck zu Lundqvist. Und der Stürmer ließ mit seinem 3:1-Schuss ins Kreuzeck Nihlstorp keine Chance. Die 99ers zeigten sich im Überzahlspiel leider nicht so effektiv, ließen zwei trotz guter Chancen ungenützt. Es ging munter hin und her, Chancen auf beiden Seiten. Doch passiert ist nichts mehr, mit 1:3 aus Grazer Sicht ging´s in die zweite Drittelpause.

3. Drittel
Fast zwei Minuten lang mussten die Grazer zum Start in Unterzahl agieren. Diese konnte unbeschadet überstanden werden. Doch nur ein paar Sekunden später krachte Lucas Raymond den Puck zum vorentscheidenden 4:1 für Frölunda in die Maschen. Der Stimmung der heimischen Fans tat dies keinen Abbruch, sie feuerten ihre Cracks weiterhin lautstark an. Und die 99ers kämpften, spielten sich weiter brav Chancen heraus, scheiterten aber meist an Mattsson. Auf der Gegenseite konnte sich auch Nihlstorp wie bereits in den beiden Dritteln davor mehrmals auszeichnen. Beim 1:5 durch Doppeltorschütze Raymond (54.) war er dann aus kurzer Distanz aber machtlos. Bei 5:1 für den amtierenden Champion aus Schweden blieb´s dann auch. Den Grazer Fans war´s egal, sie machten bis nach der Schlusssirene Stimmung, feierten ihre Mannschaft.

Nach dem Ende jubelten die circa 15 mitgereisten Frölunda-Fans über den ersten Sieg für ihre Mannschaft, die ersten beiden Spiele gegen die 99ers (5:6 n. P.) und Mountfield (2:3) wurden jeweils zuhause verloren. Und die Gruppe bleibt auch spannend, denn Cardiff besiegte daheim die Tschechen aus Mountfield klar 5:2.

Michael Gratzer
Michael Gratzer
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