22.08.2019 08:55 |

Backstage

Peter Lohmeyer: Der Tod hat viele Gesichter

Schauspieler, Zeichner und glühender Fußballfan...

Bis Peter Lohmeyer der Tod zu Gesicht steht, dauert es ein- bis eineinviertel Stunden. „Der Rekord liegt bei 56 Minuten, dazu muss ich allerdings komplett ruhig sein und still sitzen!“

Den zu brechen wird, als wir den deutschen Schauspieler beim Schminken in der Festspielgarderobe über die Schultern blicken, schwierig. Denn der 57-Jährige ist als großer Schalke 04-Fan außer sich und stinksauer über die rassistischen Aussagen von Clubpräsident Clemens Tönnies. „Ich bin dem Verein beigetreten, weil er immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung war. Nach solchen Aussagen will ich nichts mehr damit zu tun haben“, macht sich der glühende Fußballfan Luft.

Kurze Zeit später ist er wieder voll konzentriert auf seinen Auftritt als Jedermanns Tod. Geduldig lässt er sich nach einer Airbrush-Spezialgrundierung insgesamt 26 Tattoos auf Händen, Gesicht und Kopf aufbringen.

„Die Tattoos wurden vom Kölner Maskenbildner Jörg Runk in Anlehnung an Performance-Künstler Rick Genest alias ,Zombie Boy’ entworfen, und genau auf Peters Kopfform angepasst“, erklären Lohmeyers Maskenbildnerinnen Anne Wenzel und Judith Kröher-Falch. „Sie funktionieren wie Abziehbilder, wie man sie noch aus der der Kindheit kennt. Sie werden mit einem Schwamm angefeuchtet und danach behutsam abgezogen.“

Zum Vorschein kommen Todessymbole wie Spinnen, Kakerlaken oder die Zahl Dreizehn, die mitten auf seiner Stirn prangt. „Jetzt lackieren sie mir auch noch gleich die Fingernägel im dunklen Grau“, wirft Lohmeyer ein.

Er kennt natürlich den Ablauf genau, so gibt er heuer doch schon in der siebten Saison des Sensenmann am Domplatz.

Zur Routine wird die Rolle allerdings nie: „Ich spiele sie jedes Mal anders, je nachdem wie ich mich am Tag der Vorstellung fühle“, verrät er, während er in engen schwarze Jeans und bodenlangen Kapuzenumhang schlüpft und mit zwölf Zentimeter hohen Lack-Pumps grazil Richtung Bühne entschwindet.

Lohmeyer ist im übrigen nicht nur begnadeter Schauspieler, sondern auch Zeichner. Bis 30. August kann man seine figurativen Werke, Ölkreide auf Papier kombiniert mit einem Schuss Balsamico am Universitätsplatz 9 in Augenschein nehmen. Ein Blick „Zwischendurch“, so auch der Titel der Ausstellung, lohnt sich. So entdeckt man auf den Bildern doch auch Kollegen wie Edith Clever.

Tina Laske
Tina Laske
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