09.08.2019 13:00 |

Tiroler Unterland

Drohende Gefahr bei Starkregen durch Bäche

Nach heftigen Unwettern im Unterland ortet ein Niederndorfer Landwirt Gefahr durch Überschwemmung für ein Wohngebiet. Bürgermeister Ritzer hingegen beschwichtigt die Situation. Trotzdem führte Ende Juli ein nächtlicher Starkregen wieder zu einem Einsatz der Feuerwehr, die etliche Keller auspumpen musste.

Schon seit 300 Jahren steht der schmucke Erbhof des 71-jährigen ehemaligen Vollerwerbsbauern Sebastian Schmid im Niederndorfer Ortsteil Hölzelsau. Somit kann Schmid auf eine reiche und bewegte Familiengeschichte in der malerischen Unterländer Grenzgemeinde blicken:

„Gefülltes Geldbörserl ist scheinbar wichtiger“
Aktuell aber erblickt der kritische Mann etliche dunkle Wolken am scheinbar so blauen Himmel Niederndorfs. Für Schmid befinden sich deren Verursacher im Gemeindeamt. „Für einige lokale Entscheidungsträger scheint ein gefülltes Geldbörserl wichtiger zu sein, als die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung“, erklärt er.

Grund für diese heftige Aussage ist ein rund acht Hektar großes Mischgebiet, das sich am Ortsrand in Richtung Erl befindet. Darauf wurde und wird zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen rege gebaut. Neben etlichen Einfamilienhäusern entstanden dabei auch einige größere Wohnanlagen. Das Areal durchfließen drei meist romantisch vor sich hin plätschernde Bäche. Diese Gewässer verlieren ihren Liebreiz aber dann, wenn ein stärkerer Regen niedergeht.

Unverstädnis macht sich breit
Da mutieren sie zu reißenden Flüssen, die meist, wie zuletzt am 29. Juli, zu Feuerwehreinsätzen führen. „Für mich ist es unverständlich, dass diese Fläche, die ewig ein Überschwemmungsgebiet war, als Bauland gewidmet wird. Jeder in unserer Gemeinde weiß, dass diese drei Bäche nach einem Unwetter immer massiv ansteigen, übergehen und dann Schäden anrichten“, betont Schmid.

Ältere Einwohner Niederndorfs erzählen, dass früher nach heftigen Wetterkapriolen ein kleiner, temporärer See entstand, den die Jugend sogar mit Booten und Flossen befuhr. Sebastian Schmid appelliert nun an die Gemeindepolitik, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, damit endlich Klarheit in dieser Thematik herrscht. Hilfe und Unterstützung erhofft er sich hierbei vom freiheitlichen Kufsteiner Landtagsabgeordneten Christofer Ranzmaier.

Bürgermeister Ritzer beschwichtigt Situation
Niederndorfs Bürgermeister Christian Ritzer im Gespräch mit „Krone“: „Die Bebauung dieses Areals ist unter Berücksichtigung aller rechtlich relevanten Auflagen erfolgt. Es wurden gemeinsam mit dem Land Tirol bestens funktionierende Wasser-Schutzbauten errichtet, in denen über 11.000 Kubikmeter Wasserrückhalt erreicht werden. Zudem wurden alle Neubauten deutlich über dem Niveau der Straße errichtet. Der Hochwasserschutz wurde für 30-jährige Ereignisse ausgelegt und hat sich gut bewährt.“

Hubert Berger, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen