02.07.2004 12:58 |

Lustig sterben

Letzte Ruhe in einem Holzfisch

Wenn man sich zur ewigen Ruhe bettet, sollte man nicht nur bequem liegen, sondern auch ein attraktives Bett haben, mit dem man in der Unterwelt Einzug hält. Eine Ausstellung von Särgen aus vier Jahrhunderten in Berlin zeigt schräge und interessante Kisten für den letzten Weg.
Zu sehen ist etwa ein Sarg in Form eines MercedesBenz, den der Holzbildhauer Kane Kwei aus Ghana gefertigt hat.Wer sich schon im Diesseits keinen Luxusschlitten leisten konnte,kann wenigstens nach dem Tod bis in alle Ewigkeit hinter dem Steuerdes Wagens sitzen. Oder ein Sarg in Fischform, ebenfalls aus derWerkstatt des Holzbildhauers Kane Kvei, für Freunde von Zierfischen.
 
Die Ausstellung: "Totenruhe Totentruhe" in Berlinzeigt eine große Auswahl an Särgen - vom barocken fürstlichenPrunksarg bis zu einem Sarg aus der Designwerkstatt von LuigiColani. Zu den eindrucksvollsten Särgen zählen die farbiggefassten Särge aus der Familiengruft von Stockhausen sowieein Sarg aus der Familie von Münchhausen. Außerdemgibt es ein seltenes Exemplar eines Korbsarges aus Thüringen.
 
Die schon im 18. Jahrhundert von Kaiser Joseph II.propagierte sarglose Bestattung wird durch das funktionsfähigeModell eines josephinischen Sparsarges dokumentiert: Hebel umgelegt,der Boden öffnet sich, der Leichnam fällt ins Grab -und der Sarg steht zur neuerlichen Verwendung zur Verfügung.Als Highlight der Sargausstellung ist ein Sarg vom Beginn des20. Jahrhunderts zu sehen - mit feinstem Jugendstildekor.
Sonntag, 13. Juni 2021
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