Entlaufen, ausgesetzt?

Exotische Begegnung für Passantin auf Straße

Eine Begegnung der wahrlich seltenen Art hat eine Passantin am Mittwochnachmittag in Breitenfurt bei Wien gemacht, als sie auf offener Straße eine Schnappschildkröte entdeckte. Das Tier, eigentlich in Nordamerika beheimatet und nicht selten sehr aggressiv, irrte auf der Fahrbahn umher, wurde in der Folge von der Fußgängerin in Sicherheit gebracht und dem Wiener Tierschutzverein übergeben.

„Tokka“, wie der exotische Gast genannt wurde, hatte seinen Ausflug offenbar ohne Blessuren überstanden, wie die Untersuchungen zeigten. Woher das Schildkrötenmännchen kam, ist nicht überliefert. Ob es ausgesetzt wurde oder es sich eigenständig davonmachte und seinem Besitzer entkam, „lässt sich nicht mehr eruieren“, so der WTV. Wohin die Reise für „Tokka“ geht, steht aber schon fest. Er wird „in Kürze an einen Reptilienspezialisten übergeben“. Denn die Haltung einer Schnappschildkröte ist überaus schwierig, und „auch aus tierschützerischer und artenschützerischer Sicht höchst bedenklich“, so Pressesprecher Oliver Bayer. Der Wiener Tierschutzverein rät daher explizit vom Kauf und der Anschaffung ab.

Doch ausgesetzte Exoten sind hierzulande leider längst keine Seltenheit mehr, auch Schnappschildkröten werden immer wieder in Badeseen gefunden. Heimisch sind sie jedoch lediglich in Nordamerika und wurden nach Österreich eingeschleppt, vor allem junge und sehr kleine Tiere.

Besitzer mit Haltung oftmals überfordert
Haben die Reptilien jedoch nach einiger Zeit ihre stattliche Größe erreicht - die Schnappschildkröte kann ohne Schwanz bis zu 45 Zentimeter lang werden - ist die Haltung oftmals überaus aufwendig und überfordert die Besitzer - die Folge: Die Reptilien werden in der Natur ausgesetzt. Das jedoch kann nicht nur der Gesundheit der Badenden abträglich sein - die Schnappschildkröte macht ihrem Namen durchaus alle Ehre und kann schlimme Verletzungen verursachen -, sondern bedroht in der Folge auch die heimische Fauna. Die Sumpfschildkröte, in Österreich beheimatet, wird so immer stärker verdrängt und der Bestand bedroht.

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