NHL-Legionäre

So sieht’s derzeit mit Pöck, Brandner & Co aus

Sport
01.07.2004 14:47
Der NHL-Draft ist vorbei (heuer ohne Österreicher) und derzeit wird in der von einem Streik bedrohten NHL heftig um neue Verträge gefeilscht. Mitten drin auch einige Österreicher, die im nächsten Jahr in der stärksten Eishockeyliga der Welt spielen wollen.
Thomas Pöck (New York Rangers)
Der Sohn des Nationaltrainers hat von allen heimischenAmerika-Exporten im nächsten Jahr derzeit die beste Ausgangsposition:gleich nach dem Ausscheiden aus der College-Meisterschaft warer als free agent von den New York Rangers verpflichtet wordenund scorte dort in den ersten sechs Spielen gleich vier Punkte(zwei Tore, zwei Assists). Die Startruppe aus Manhattan wird imnächsten Jahr verjüngt - im heurigen Draft hat man kräftigzugeschlagen und sich die Rechte für gleich 13 Spieler gesichert.Etliche Starspieler wie Eric Lindros bekommen keinen Platz mehrim neuen Rangers-Lineup, damit ist die Chance für die jungenWilden da. Sollte Pöck nicht von Beginn an bei den Rangersdrankommen (oder sollte es tatsächlich zum Streik kommen)würde der Offensiv-Verteidiger zunächst in der AHL beimFarmteam Hartford Wolfpack spielen. Im Moment sieht es aber ganzdanach aus, als wäre Pöck ein fixer Bestandteil im Rangers-Lineup.
  
Christoph Brandner (Minnesota Wild) 
Nach einigen Verletzungen hatte Brandner zu Jahresbeginnsein Leiberl in der Stammformation der Wild verloren und war insFarmteam Houston Aeros abgeschoben worden. Dort ging die Verletzungsplageweiter und Brandner musste sogar auf die WM verzichten. Gerüchteweisesollte Brandners Vertrag nach dieser Saison nicht verlängertwerden und Brandner wieder nach Europa zurück kehren. Jetzthat Minnesota Wild aber offiziell bekannt gegeben, dass Brandnerein neuer Vertrag angeboten wurde und der Steirer will sein Glückauf jeden Fall nochmals im Sommer-Trainingslager der Wild probieren.Im schlimmsten Fall bleibt weiterhin der Verbleib in der AHL beiden Houston Aeros mit jederzeitiger Rückkehrmöglichkeitin die NHL. 
  
Reinhard Divis (St. Louis Blues) 
In der letzten Saison Nummer 2 hinter Goalie-LegendeChris Osgood, hoffte Divis bis zuletzt, in der nächsten Saisonden Sprung zur Nummer 1 im Gehäuse der Blues zu schaffen.Sein Vertrag wurde zuletzt um zwei Jahre verlängert, das1er-Leiberl scheint derzeit aber außer Reichweite, obwohlOsgood den Klub verlassen muss - die Blues holten nämlichGoalie Patrick Lalime von den Ottawa Senators. Mit diesem langjährigenNHL-Goalie wird sich Divis in den nächsten Monaten messenmüssen, um vielleicht doch eine Chance auf einen Startplatzin der Grundaufstellung der Blues zu haben. 
  
Thomas Vanek (Minnesoat Golden Gophers/BuffaloSabres) 
Die wahrscheinlich besten Chancen auf Ruhm in derNHL hat nach wie vor "Austrian Sensation" Thomas Vanek. Im letztenJahr von den Buffalo Sabres als Nummer 5 gedraftet, gilt Vaneklaut NHL-Talentebörse derzeit als die heißestes Stürmeraktieder NHL. Wieso ihn die Sabres noch immer nicht verpflichtet habendürfte wohl an der unklaren Situation der Liga liegen. MitteSeptember läuft der derzeitige Kollektivvertrag aus und dieSpielergewerkschaft will den von den Klubbesitzern geforderten"salary cap" (= Gehaltsobergrenze) nicht akzeptieren. Derzeitmüssten die Sabres für Vaneks Unterschrift rund 1,2Millionen Dollar hinlegen. Sollte der salary cap kommen, würdediese Summe deutlich sinken. Sollte der salary cap nicht kommen,dürfte es nach derzeitigem Stand in der nächsten Saison- wenn überhaupt - nur eine stark reduzierte Meisterschaftgeben, weil die Spieler in Streik treten. Vanek selbst fühltsich bereit für die NHL (wurde bei der A-WM auch zum Rookiedes Turniers gewählt), hat aber auch kein Problem, noch eineweitere Saison in der College-Meisterschaft bei den Golden Gopherszu spielen. In den offiziellen Fan-Foren der Sabres fordern dieFans jedenfalls bereits vehement die endgültige VerpflichtungVaneks. 
  
Matthias Trattnig (Toronto, NY Islanders,Minnesota, Columbus?) 
Die derzeit größte Überraschung amTransfermarkt dürfte Matthias Trattnig, derzeit noch beiden Kassel Huskies in der DEL, sein. Seit der WM in Prag, beider er gemeinsam mit Dieter Kalt jr. und Thomas Vanek eine derstärksten Sturmlinien bildete, sind gleich einige NHL-Klubshinter dem Flügelstürmer her. Genauer gesagt die TorontoMaple Leafs, New York Islanders, Minnesota Wild und die ColumbusBlue Jackets. Eine Entscheidung muss bis Mitte Juli fallen - solangegilt seine Ausstiegsklausel bei Kassel. 
  
Bernd Brückler (Wisconsin Badgers/PhiladelphiaFlyers) 
Der österreichische Teamgoalie wird wohl nochein Jahr bei seinerm College Team Wisconsin Badgers bleiben. DieFlyers haben Brückler zwar vor zwei Jahren gedraftet, derzeitherrscht aber nur loser Kontakt zwischen Brückler und seinen"Besitzern". Es wäre eine Überraschung, würdenihn die Flyers holen. Sollte dieser Fall doch eintreten, müssteBrückler auf jeden Fall zunächst beim Flyers-Farmteamin der NHL spielen. 
  
Oliver Setzinger (HPK Hameenlinna/NashvillePredators) 
Setzinger galt jahrelang als größtes TalentÖsterreichs, ging schon mit 17 ins Ausland und spielt derzeitin Finnland bei HPK Hameenlinna. Setzinger wurde 2001 von denNashville Predators gedraftet. Mit 21 fühlt sich Setzingerjetzt langsam reif für den Sprung über den großenTeich. Nach der WM kündigte der Stürmer an, sich heuerim Trainingslager der Predators versuchen zu wollen. DerzeitigerStatus ist allerdings unbekannt und völlig offen. 
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