18.07.2019 09:00 |

Lokalaugenschein

Gemüsefelder nach dem Hochwasser häufig „leblos“

Viele landwirtschaftliche Flächen standen im Juni entlang des Inns unter Wasser. Der „Krone“-Lokalaugenschein auf Flächen des Gemüsebauern Stefan Müßigang in Pill zeigt, dass die Folgen langwierig sein dürften. Nützliche Mikroorganismen und Regenwürmer überlebten die Flut nicht, Schlamm bedeckt noch immer die Felder. Der Neustart erschwert sich.

60.000 Bund Radieschen, 2000 Kilo Erdbeeren, 25.000 Stück Karfiol, 10.000 Salate – das ist die Schadensbilanz, die der in Thaur beheimatete Gemüsebauer allein in Pill zieht. Dort trat der Inn über die Ufer, rund drei von sieben Hektar Anbaufläche wurden geflutet. „Wir mussten zuerst die alten Pflanzen roden, dann pflügen und nun die Felder neu bestellen“, erklärt Müßigang, der insgesamt rund 70 Hektar Fläche zwischen Stams im Oberland und Stans bei Schwaz gepachtet hat.

Bodenleben beeinträchtigt
Eine große Sorge: Das Wasser tötete die Regenwürmer und andere Mikroorganismen, die für ein gesundes Bodenleben nötig ist. Beim Lokalaugenschein zeigte sich gestern zudem, dass die Erde teils hart wie Beton ist. 
Trotzdem hat der Landwirt mit dem Pflanzen von Chinakohl begonnen. „Ich bin gespannt, wie es funktioniert. Die Schädlingsbekämpfung dürfte jedenfalls schwieriger werden.“

Sogar Anbauverbot für mehrere Jahre drohte
Auf den Bioflächen in Kolsass drohte nach dem Hochwasser sogar ein dreijähriges Anbauverbot. Denn eine Kontamination durch das Inn-Wasser wurde befürchtet. „Nun gab es aber doch noch das Zugeständnis, dass erst nach der Ernte die Produkte kontrolliert werden. Schon geringste Rückstände von Chemikalien können dabei nachgewiesen werden“, hofft der Gemüsebauer auf einen glücklichen Ausgang. Schadenersatz durch die Hagelversicherung kann Müßigang übrigens nicht erwarten. Der Grund: Eine etwaige Versicherung gegen Hochwasser hätte auch Hagelschutz beinhaltet, die es bei etlichen seiner Sorten (z.B. Karotten und Bohnen) gar nicht braucht. „Daher habe ich darauf verzichtet“, begründet der Thaurer.

Bilanz für ganz Tirol
Tirolweit waren 140 Hektar Gemüse, 100 Hektar Mais und Kartoffel und 300 Hektar Grünland betroffen. Den Schaden in der Landwirtschaft beziffert Norbert Jordan, Landesleiter der Hagelversicherung, mit rund 2 Millionen Euro, die Aufräumkosten sind nicht enthalten. 121 versicherte Landwirte meldeten Schäden, betroffen waren etwa 180 Betriebe.

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