SP-Kritik:

Debatte um Kürzung der Kindergarten-Öffnungszeiten

Oberösterreich
15.07.2019 11:00
Im Rückwärtsgang befindet sich laut der SPÖ die Kinderbetreuung im Land. Seit der Einführung der Nachmittagsgebühr haben die Kindergärten ihre Öffnungszeiten zurückschrauben müssen, weil die Nachfrage gesunken ist. Bildungsreferentin und LH-Vize Christine Haberlander sieht keinen Grund zur Besorgnis.

Laut einer schriftlichen Anfragebeantwortung von ÖVP-Bildungsreferentin Christine Haberlander an die SPÖ haben in acht Bezirken und den Städten Wels und Steyr die Kindergärten kürzer offen als noch vor einem Jahr – siehe Grafik. Das verschärft die prekäre Situation im Sommer zusätzlich (siehe Seiten 10 und 11). SP-Landtagsabgeordnete Petra Müllner sieht sich in ihrer Warnung vor der Einführung der je nach Einkommen gestaffelten Nachmittagsgebühr von 42 bis 110 Euro bestätigt: „Gleichzeitig hat die Bildungsreferentin den Gemeinden die Randzeitenförderung gestrichen. Draufzahlen tun nun die Familien, die am Nachmittag schauen müssen, wo sie ihre Kinder betreuen lassen können.“ Aus Müllners Sicht war es auch falsch, die Gruppen auf 25…Kinder zu vergrößern. „Es ist unfair für weniger Qualität jetzt auch noch teure Gebühren zahlen müssen.“

38 Kindergärten kürzten nun ihre Betriebszeiten
LH-Vize Haberlander sieht die Auswirkungen bei weitem nicht so dramatisch. Von rund 730 Kindergärten hätten 38, die bisher länger als bis 13 Uhr geöffnet hatten, die Öffnungszeiten reduziert. „Dabei geht es oft nicht um Stunden, sondern um Minuten“, so die VP-Politikerin. In neun Gemeinden wurde die Betriebszeit um eine Viertelstunde gekürzt, in sechs Orten von 15 Minuten bis zu einer halben Stunde und in 13 weiteren von einer halben bis zu einer Stunde. Haberlander weist darauf hin, dass vielerorts bei Bedarf auch alternative Betreuungsformen bestehen. Ein Beispiel seien die Tagesmütter.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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