09.07.2019 06:57 |

Kläger schweigt

Wird Verfahren gegen Kevin Spacey eingestellt?

Der US-Schauspieler Kevin Spacey, der sich wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs vor Gericht verantworten muss, darf auf ein vorzeitiges Ende des Verfahrens hoffen. Der Kläger hat von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht - es ging darum, ob dieser Daten von seinem Handy gelöscht hatte. Das Telefon ist mittlerweile verschwunden.

Der Vorwurf gegen den zweifachen Oscar-Preisträger wiegt schwer: Er soll dem damals 18-jährigen William Little im Sommer 2016 in einem Restaurant auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Das mutmaßliche Opfer, das auf der Urlaubsinsel als Aushilfskellner gearbeitet hatte, hatte den Vorfall mit seinem Handy gefilmt.

Doch genau dieses Handy ist nach Ermittlungen durch die Polizei verschollen: Little und seine Eltern gaben vor Gericht an, dieses nach der Untersuchung nie von den Ermittlern zurückerhalten zu haben. Ein Polizist behauptet, das Handy nach Auswertung der Daten zurückgegeben zu haben, aber keine Empfangsbestätigung verlangt zu haben.

Mutmaßliches Opfer verweigerte vor Richter die Aussage
Das Handy ist vor allem brisant, weil der junge Mann unter Verdacht steht, Daten von dem Telefon gelöscht zu haben. Der Anwalt des Schauspielers deutete dagegen an, es seien Kurzbotschaften gelöscht worden, die zeigten, dass Little mit der Situation einverstanden gewesen sei. Little bestritt das Löschen von Daten vor Gericht - auf die Warnung, dass jegliche Manipulation des Handys strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, machte der junge Mann von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Seine Mutter räumte allerdings ein, Fotos von dem Handy gelöscht zu haben, bevor es der Polizei übergeben wurde. Sie begründete dies damit, dass die Fotos ihren Sohn in Verlegenheit hätten bringen können. Sie habe aber keinerlei Daten im Zusammenhang mit Spaceys mutmaßlichem Übergriff gelöscht.

Der Anwalt des Schauspielers, Alan Jackson, forderte, das Verfahren gegen Spacey umgehend einzustellen. Die Staatsanwaltschaft schloss dies am Montag nicht aus, bat das Gericht aber um eine Woche Zeit. Erst vor Kurzem hatte Little seine parallel zu dem Strafverfahren angestrengte Zivilklage zurückgezogen.

Karriere-Absturz nach Vorwürfen mehrerer Männer
Die Vorwürfe gegen Spacey waren im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt laut geworden. Mehrere Männer werfen dem Schauspielstar sexuelle Übergriffe vor. Die Vorwürfe hatten für Spacey schwerwiegende Folgen: Er fiel in der Branche in Ungnade und erlebte einen dramatischen Karriere-Absturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Kultserie „House of Cards“.

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