Wechselwillig

Schlager: Jeder Klub in deutscher Liga vorstellbar

Stefan Lainer ist diese Woche in die deutsche Fußball-Bundesliga gewechselt, sein Salzburg-Kollege Xaver Schlager dürfte ihm folgen. Ausgerechnet am Tag des U21-EM-Spiels gegen Dänemark (1:3) waren deutsche Medienberichte aufgetaucht, dass Oliver Glasners VfL Wolfsburg vor einer Verpflichtung des ÖFB-Kickers stehen soll. Der dementierte eine Einigung, bekundete aber großes Transferinteresse.

„Ich kann mir jeden Verein der deutschen Bundesliga vorstellen. Es ist eine bessere Liga, ein super Umfeld, egal welcher Club da kommt. Wenn man die Chance hat ins Ausland zu gehen, muss man immer überlegen“, erläuterte der noch bis 2021 an Salzburg gebundene Schlager. Während der EM sei das Thema für ihn aber tabu. „Ich bin da bei der U21, mache nichts bezüglich meiner Zukunft“, betonte Schlager. Den Kugelschreiber habe er nur für andere Dinge verwendet. „Ich habe in letzter Zeit nur Autogramme gegeben, aber sonst nichts unterschrieben“, sagte der Noch-Salzburger.

Vielleicht nicht zufällig wurden die Berichte über den Wechsel um eine fixe Ablösesumme von zwölf Millionen Euro ausgerechnet am Tag eines wichtigen Spiels sowie kurz vor dem anstehenden Duell zwischen Deutschland und Österreich von deutschen Medien veröffentlicht.

Sauer auf die Medien
„Es ist nicht mein Bier, sondern das Bier von den Medien, dass sie wieder spekulieren. Es fällt langsam auf, dass es immer vor den wichtigsten Spielen von uns ist, auch bei Salzburg und anderen Spielen“, ärgerte sich Schlager. Das war vergangene Saison etwa auch im Hinblick auf die Zukunft von Trainer Marco Rose der Fall gewesen.

Schlager hatte im Laufe des Donnerstages von den Berichten erfahren. „Mich hat es nicht beeinflusst, aber ich weiß nicht, ob es andere beeinflusst hat“, gab der Mittelfeldakteur Einblick. Die Situation bezeichnete er als „nicht angenehm“. Er wisse jedenfalls was Stand der Dinge sei. „Darum kann ich es gut einordnen“, so Schlager. Die Zeichen dürften auf Abschied stehen.

Gregoritsch: „Er verdient das“
Dessen war sich auch Teamchef Werner Gregoritsch bewusst, der einen Wechsel des hochtalentierten ÖFB-Kickers gerne sehen würde. „Ich freue mich, wenn er den Weg in eine besondere Liga findet. Er verdient das. Er wird in den nächsten Jahren für das A-Nationalteam ein ganz wichtiger Spieler sein“, sagte der 61-Jährige.

Beeindruckend sei bei Schlager auch dessen Einstellung und Charakter. „Er ist ein geerdeter und fußballverrückter Spieler“, so Gregoritsch. Auch deshalb ließ sich Schlager das Unternehmen U21-EM trotz zuvor zwei EM-Qualispielen mit dem A-Team nicht nehmen. „Man könnte ihn auch noch in der Nacht aufwecken und sagen, spiele jetzt Fußball-Tennis oder im Park und er würde das auch noch machen. Das spricht für ihn“, sagte Gregoritsch.

Gegen Dänemark wirkte aber auch er wie viele andere seiner Kollegen müde und ausgelaugt. Kein Wunder nach 44 Pflichtspielen mit acht Toren und vier Assists für Salzburg sowie sieben A- und jetzt zwei U21-Länderspielen in dieser Saison. „Er ist jetzt auch körperlich an ein gewisses Limit gekommen, macht technische Fehler, die er normal gar nicht macht“, erläuterte Gregoritsch.

Mindestens einmal heißt es aber noch die Zähne zusammenbeißen, geht es doch am Sonntag (21.00 Uhr) in Udine zum Gruppe-B-Abschluss gegen Deutschland. „Es wird schwer, aber mit ein bisschen Glück kann viel passieren“, meinte Schlager. Die Hoffnungen auf den Aufstieg sind mittlerweile deutlich gesunken.

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