18.06.2019 11:25

Verfahren zu teuer

Pleite-Firmen sind oft zu pleite für Konkurs

Es sind alarmierende Zahlen, die der Alpenländische Kreditorenverband meldet: In Salzburg wurden im ersten Halbjahr insgesamt nicht nur mehr Firmeninsolvenzen (plus 19,8 Prozent) verzeichnet, auch die Zahl der abgewiesenen Insolvenzverfahren mangels Unternehmens-Vermögens nahm dramatisch zu (plus 40 Prozent). Die Privatkonkurse bewegen sich weiter auf stabilem Niveau.

Egal, ob nun die Großinsolvenz der Oberndorfer Druckerei oder auch jene der Projektmanagement Ferienpark Gastein GmbH: Pleiten sorgten heuer bereits öfters für Schlagzeilen. Und sorgen auch jetzt wieder dafür: Laut der Insolvenzstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) schlitterten 2019 bereits 217 Salzburger Unternehmen in die Insolvenz, gut die Hälfte davon sind Einzelunternehmen (2018: 181 Firmen).

Das Besondere dabei: 65 Prozent der betroffenen Firmen wurden mangels Vermögens nicht einmal mehr zum Insolvenzverfahren zugelassen: „Den Unternehmen war es nicht möglich, die 4000 Euro aufzubringen, die für die Verfahrensabwicklung an das Gericht zu leisten sind“, berichtet Franz Loizenbauer vom AKV. Das hat Folgen: Ohne die Verfahrens-Eröffnung haben Gläubiger keine Möglichkeit, ihre ausständigen Forderungen einzutreiben. Nur die Mitarbeiter können sich an den Insolvenz-Entgelt Fond wenden.

Der Grund für die Entwicklung: „Die Unternehmer leiten oft zu spät ein Sanierungsverfahren ein. Zudem sind viele zu unerfahren“, so Loizenbauer. Betroffen waren vor allem Firmen aus Handel, Baunebengewerbe und Gastronomie.

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