15.06.2019 11:07 |

Von Filmen inspiriert

Piranhas, Flammenwerfer: So brutal tötet Kim

Nach der Annäherung Nordkoreas zu seinem verfeindeten Nachbarn im Süden sowie zu den USA könnte man meinen, es sei ruhiger in der brutalen Diktatur geworden. Doch während Details zu barbarischen Hinrichtungen in dem abgeschotteten Land kaum nach außen dringen, zwingt das Regime seine Bevölkerung, den Exekutionen beizuwohnen: Vier von fünf Nordkoreanern mussten einem solchen Ereignis bereits beiwohnen, berichtet eine Menschenrechtsorganisation. Bei hochrangingen Opfern lässt sich Machthaber Kim Jong Un gerne von Hollywoodfilmen zu besonders bestialischen Tötungsmethoden inspirieren. Dabei kommen neben Flammenwerfern auch gerne Tiere wie Piranhas oder Hunde zum Einsatz.

Die Menschenrechtsorganisation Transitional Justice Working Group deckt in ihrer aktuellen Studie grausame Details über Hinrichtungen in Nordkorea auf: Dazu wurden Flüchtlinge befragt, ob sie Exekutionen mit eigenen Augen mit ansehen mussten oder von ihnen gehört hatten. 83 Prozent der Interviewten gaben an, bereits Zeuge einer Hinrichtung geworden zu sein. Die Größe des Publikums dieser inszenierten Spektakel reichte von ein paar Dutzend bis zu 1000 Zuschauern. Der jüngste Beobachter einer Exekution sei laut der Organisation erst sieben Jahre alt gewesen.

Besitz von südkoreanischem Film reicht für Todesurteil
16 Prozent - also beinahe jeder sechste Befragte - gab an, ein Familienmitglied bei einer Hinrichtung verloren zu haben. Jeder Vierte hatte einen Angehörigen zu beklagen, der von der Polizei verschleppt wurde. Nur ein Fünftel dieser Abgeholten tauchte jemals wieder lebendig auf, der Rest gilt als verschwunden. Als häufigster Grund für Hinrichtungen wurde „Diebstahl von Staatseigentum“ angegeben. Dahinter folgten Delikte wie Mord und Vergewaltigung, „politische Verbrechen“ sowie der verbotene Besitz südkoreanischer Spielfilme.

Aufgeschnittener Körper an Piranhas gefüttert
In besonderen Fällen holt sich Machthaber Kim gerne Ideen von Actionfilmen. Einen seiner Generale ließ er in ein Becken mit fleischfressenden Piranhas werfen - um den Appetit der Tierchen anzuregen, ließ er zuvor noch Arme und Rumpf seines Opfers aufschneiden. Die Vorlage für die grausame Exekution soll er sich aus dem James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ geholt haben.

Eine nordkoreanische Überläuferin berichtete, sie sei vor ihrer Flucht Zeugin einer spektakulären Exekution gewesen: Elf Musiker wurden beschuldigt, einen Pornofilm gedreht zu haben. Sie wurden in einem Fußballstadion von Flugabwehrkanonen getötet. Nachdem ihre Körper zerfetzt worden waren, rollten noch Panzer über die Leichenteile. Satellitenaufnahmen der USA sollen die Schilderungen der Zeugin belegen, berichtet der britische „Mirror“.

Relativ einfallslos wirkt dagegen die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando - diese Behandlung ließ der Diktator seinem mächtigen Onkel Jang Song Thaek angedeihen. Er war unter anderem wegen Verrats und Korruption angeklagt. Bei der Beseitigung der Leiche war Kim jedoch wieder „kreativ“ - er soll den leblosen Körper seines Onkels hungrigen Hunden zum Fraß vorgeworfen haben.

Die Tante und Ehefrau von Jang Song Thaek starb kurz danach. Offiziell hieß es, wegen eines Herzinfarkts. Ein Überläufer behauptet jedoch, sie sei vergiftet worden, weil sie sich über die Art der Hinrichtung ihres Gatten beschwert hatte. Danach seien noch sieben weitere Familienmitglieder der Jangs zum Tode verurteilt worden. O Sang Hon, ein stellvertretender Minister, der für öffentliche Sicherheit zuständig und ein Anhänger von Jang Song Thaek war, wurde mit einem Flammenwerfer getötet.

Frauen töteten Halbbruder Kims ohne Kenntnis von Mordauftrag
Einfallsreich und nicht minder spektakulär gestaltete sich der Anschlag auf Kims Halbbruder Kim Jong Nam auf dem Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia: Zwei Frauen wurden angeblich für einen Fernsehstreich mit versteckter Kamera dafür engagiert, dem Opfer Taschentücher mit einer Substanz ins Gesicht zu drücken. Der Stoff sollte sich später als das Nervengift VX herausstellen. Es wird vermutet, dass Kim der Drahtzieher hinter dieser Inszenierung war.

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