14.06.2019 08:00 |

Flut-Millionenschaden

„Auf diesen Feldern wächst heuer kein Gemüse mehr“

Entlang vieler Kilometer des Inntals hat sich Wasser über die Felder von bis zu 200 Bauern ausgebreitet. Zum einen, weil das Grundwasser stieg, zum anderen, weil der Fluss schlicht über die Ufer trat. In die Schadensabwicklung ist die Hagelversicherung involviert. Deren Chef Norbert Jordan spricht von Millionenschäden.

Ungewöhnlich für Jordan ist die hohe Zahl der betroffenen Orte mit gefluteten Feldern – „von Tösens im Oberland bis hinab nach Breitenbach erreichten uns Schadensmeldungen“. Diese trudeln erst nach und nach ein. Ein Überblick fehlt auch deshalb, weil die Bauern die überfluteten Zufahrtswege oft noch nicht benutzen können. Jordan rechnet mit 100 bis 200 betroffenen Betrieben und einem „einstelligen Millionenbetrag“ als Gesamtschaden. Betroffen ist Grünland ebenso wie Kulturen für Gemüse aller Art, Mais oder auch Kartoffeln.

Zahlt die Versicherung?
Prinzipiell übernimmt die Hagelversicherung den Ertragsverlust und die Kosten für den Wiederanbau. Der Landeskatastrophenfonds springt bei Aufräumarbeiten auf den Feldern ein. „Die Gemüsebauern sind größtenteils versichert, bei Grünland gilt das aber nur zu rund 75 Prozent“, weiß Jordan. Sind die betroffenen Felder für heuer verloren? Laut dem Experten sei entscheidend, wann das Wasser abfließe und wann der Boden für eine Befahrung wieder trocken genug sei. Auf gewissen Flächen müsse man damit rechnen, dass sie heuer für den Gemüseanbau komplett ausfallen werden.

Gemüsebauer Falkner: Zehn Hektar sind „tot“
Die „Krone“ unternahm einen Lokalaugenschein beim Gemüsebauern Markus Falkner aus Ranggen. Das Grundwasser aus dem Inn setzte rund zehn Hektar seiner Felder (in Inzing und Hatting) unter Wasser. „Im schlimmsten Fall geht heuer nichts mehr“, sagt Falkner mit Blick auf seinen Weißkraut-Anbau. Teils ragt das Gemüse noch aus dem Wasser, doch lange Reihen verschwinden darin zur Gänze. „Man bereitet ein Jahr lang alles vor – und dann kommt das Malheur nicht vom Himmel, sondern aus der Erde“, spielt er auf das Grundwasser aus dem Inn an. Auch eine Fläche für den Wiederanbau ist vorerst „tot“, eine Erholung im heurigen Sommer fraglich.

Andreas Moser
Andreas Moser

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