07.06.2019 15:31 |

VdB sagt „Donkschea“

Bundespräsident spricht waschechtes Tirolerisch

Alexander Van der Bellen ist nicht nur Österreichs Bundespräsident, sondern seit Donnerstag auch Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Kaunertal in Tirol. Dort wurde er im Rahmen eines „landesüblichen Empfangs“ geehrt - und war davon sichtlich gerührt. Vor fast allen der 602 Einheimischen des auf fast 1300 Metern Seehöhe liegenden Dorfes bedankte sich Van der Bellen in waschechtem Tirolerisch und sagte: „Es isch wia no oamal hoamkemma. Donkschea, donkschea, donkschea!“

Schützen, Musikanten, Vereine und Fahnenträger: Fast das ganze Kaunertal traf sich am Donnerstag im Ortszentrum, um seinen berühmtesten Sohn - „Saschi“ Van der Bellen - zu würdigen und hochleben zu lassen. Ehrensalven, Bundeshymne, Tiroler Landeshymne „Zu Mantua in Banden“, Schnaps-Ausgabe durften bei einem derartigen Anlass natürlich nicht fehlen.

Vom Flüchtlingskind zum Staatsoberhaupt
Kinder brachten musikalische Ständchen bzw. Gesangseinlagen dar - und Bürgermeister Josef Raich beschrieb in bewegenden Worten die Persönlichkeit Van der Bellens und sein Leben mit dem und im Kaunertal. Nach der Ankunft des jetzigen Staatsoberhaupts als Flüchtlingskind kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges sei Van der Bellen „einer von uns geworden“. Der Präsident nennt noch eine Wohnung in der Gemeinde sein eigen, einer seiner Söhne lebt in dem Tal.

Dankesrede im Dialekt
„Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das heute für mich bedeutet“, meinte Van der Bellen in seiner im Dialekt gehaltenen Dankesrede. Es handle sich um weit mehr als eine symbolische Geste: „Es war nicht selbstverständlich, dass meine Familie und ich damals so aufgenommen wurden und so integriert wurden.“ Das Kaunertal sei für ihn Heimat, und: „Auch die Sprache ist Heimat. Ich protestiere gegen das Wort Dialekt. Wir sollten uns die eigene Sprache bewahren.“

Hier können Sie die gesamte Feierlichkeit im Kaunertal ansehen:

Kaunertaler, „egal, was da in Wien passiert“
Auf die wegen der Regierungskrise und der ausgerufenen Neuwahlen turbulenten vergangenen Wochen ging Van der Bellen nur kurz ein. Bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Kaunertal habe er jedenfalls unbedingt dabei sein wollen, „egal was da in Wien passiert“. „Aber es ist eh alles gut gegangen“, so Van der Bellen in der für ihn typischen Art.

Georg Horner
Georg Horner

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