05.06.2019 16:05 |

Gegen Artensterben

Grüne starten Kampagne für mehr Summen und Brummen

Die steirischen Grünen springen mit einer neuen Kampagne auf den durch Greta Thunberg in Fahrt gekommenen Klimaschutz-Zug auf und konzentrieren sich auf die Rettung der Insekten: „Give bees a chance“ soll bis Jahresende zusammen mit dem Naturschutzbund Steiermark möglichst viele Menschen erreichen. Sie sollen ihre Balkone begrünen und mehr Wiesen mit Blumen stehen lassen.

Sandra Krautwaschl, Spitzenkandidatin für die kommende Landtagswahl, bedauerte am Mittwoch bei der Präsentation der Kampagne in Graz, dass sie oft nur noch die Erinnerung an ihre Kindheit habe: „Damals in den 70er- und 80er-Jahren war es die Blumenwiese bei meiner Oma in der Oststeiermark. Da habe ich die Buntheit direkt erlebt, die eigene Lebenskraft in Abhängigkeit mit der Natur erkannt und Vielfalt gespürt. Heute, 40 Jahre später, sind solche Wiesen selten geworden. Wir sehen dafür die Rasenroboter.“

„Es fehlt der politische Wille“
Man müsse der Auslöschung der Arten Einhalt gebieten, daher sei jeder gefordert, einen kleinen Beitrag zu leisten. Man wisse alles, „alles ist bekannt, aber es fehlt der politische Wille das umzusetzen“, kritisierte Krautwaschl. Deshalb habe sich diese Allianz engagierter Menschen und Organisationen für die Kampagne gebildet.

„Wir wollen vom Wissen zum Handeln und Tun kommen.“ Aktionen in der ganzen Steiermark sind geplant - zum Beispiel Workshops zum Bau eines Insektenhotels, Sensenmähen oder Ansäen einer Blumenwiese, zählte die Grüne Abgeordnete auf.

In Graz fehlt Grünraum
Die Grazer Umweltstadträtin Judith Schwentner ergänzte: „Auch die Stadt braucht Blühwiesen, geschützte Bäume und weniger Bodenversiegelung. Im Grazer Gemeinderat wurde ein Klimaaktionsplan beschlossen, aber es passiert das Gegenteil.“ So werde etwa die Wiese vor der Grazer Oper für die vorübergehende Verlegung des Bauernmarktes vom Kaiser-Josef-Platz schwinden. Sie kritisierte auch die Lichtverschmutzung in der Stadt, durch die Insekten nicht mehr erkennen, wann Tag und Nacht ist. „Wir müssen schauen, wo wir Licht aus Sicherheitsgründen brauchen, und wo wir es reduzieren können - etwa mit LED zum Dimmen.“

Das Umweltamt hat auch eine neue Broschüre für optimale Balkonbegrünung aufgelegt: „Wenn jeder zehnte Balkon begrünt wird, wäre das für Bienen ein ausreichendes Netz“, so Schwentner. Die Stadt schüttet zudem Förderungen für private Baumbepflanzungen, Gemeinschaftsgärten sowie Dach- und Fassadenbegrünung aus.

„Nicht nur reden, sondern machen“
Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes Steiermark, unterstrich die Wichtigkeit der Insekten, deren Leistungen unersetzbar seien: „Es geht darum, dass alle nicht nur reden, sondern etwas machen“, sprach er Parteien an, die sich zwar oft den Klimaschutzzielen verschreiben, aber zu wenig handeln würden. Der Naturschutzbund plant ebenfalls Aktionen und will eine Art Preis für die schönste Blumenwiese ausschreiben.

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