Ciao Italia!

Italiener im Tal der Tränen

Sport
23.06.2004 12:33
Italien und sein Trainer Giovanni Trapattoni haben fertig. Der dreimalige Fußball-Weltmeister ist trotz eines 2:1-Sieges gegen Bulgarien zum zweiten Mal nach 1996 bereits in der Vorrunde der Fußball-EM gescheitert, weil sich Dänemark und Schweden mit einem 2:2 gemeinsam ins Viertelfinale schossen. Cassano hatte in der Nachspielzeit zwar noch das Siegtor für die "Squadra Azzurra" erzielt, doch der Sieg war im dramatischen Fernduell der Gruppe C wertlos - ganz Italien trauert! (im Bild Christian Vieri vor dem Match bzw. wenige Minuten nach dem EM-k.o)
Vor 15.000 Zuschauern im "Dom Afonso Enriques"in Guimarães hatte Martin Petrow mit seinem Tor per Foulelfmeterin der 45. Minute die Bulgaren gegen den Vize-Europameister von2000 in Führung gebracht. Der Sturmlauf der Italiener inder zweiten Halbzeit mit dem Ausgleich durch Simone Perrotta (48.)und dem Last- Minute-Treffer von Cassano spielte keine Rolle mehr.
  
Schimpf und Schande 
Nach der EM-Blamage müssen sich die "Azzurri"bei der Rückkehr in die Heimat auf Schimpf und Schande gefasstmachen. Auf dem Posten des Nationaltrainers ist ein Wechsel fällig.Trapattoni ist nach dem Achtelfinal-Aus bei der WM vor zwei Jahrenund dem EM-K.o. als Coach gescheitert. Designierter Nachfolgerdes "Maestro" ist Marcello Lippi, der seinen Vertrag bei JuventusTurin bereits aufgelöst hat. 
  
Zitterpartie 
Die Italiener gingen bei strömendem Regen vielzu abwartend in die Zitterpartie. Neben den gelbgesperrten FabioCannavaro und Gennaro Gattuso musste Trapattoni erneut auf FrancescoTotti verzichten, der das zweite Spiel seiner Spuck-Sperre absitzenmusste. Schwerer noch wog der Ausfall von Inter-Stürmer ChristianVieri, der wegen Knieproblemen zunächst passen musste, fürseinen enttäuschenden Ersatz Bernardo Corradi aber noch insSpiel kam (53.), als die Italiener verzweifelt um zwei weitereTore kämpften. 
  
Bulgaren eiskalt 
In Rückstand geraten waren die in der erstenHalbzeit enttäuschenden "Azzurri", als Marco Materazzi imStrafraum Dimitar Berbatow von Bayer Leverkusen zu Boden rangund Petrow kurz vor der Pause eiskalt den fälligen Elfmeterverwandelte. Für die Bulgaren war es das erste Tor bei dieserEM-Endrunde. 
  
Italien nach Seitenwechsel stark 
Zu Beginn der zweiten Halbzeit drehten Italienernoch einmal auf und belagerten minutenlang das bulgarische Tor.Der Ausgleich fiel, als Antonio Cassano den Ball an die Querlattesetzte und Perrotta im Nachsetzen zur Stelle war (48.). Die Bulgaren,für die es um nichts mehr ging, stemmten sich verzweifeltgegen die Niederlage. Fünf Minuten vor Schluss hätteBerbatow per Freistoß sogar das 2:1 erzielen können,doch Torhüter Gianluigi Buffon parierte glänzend. 
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