Di, 21. Mai 2019
02.05.2019 06:30

Kontakt mit Firmen

Erste Grazer Job-Messe nur für Asylberechtigte

Bis zu 2400 Grazer Asylberechtigte haben demnächst die große Chance, einen Job zu ergattern - bei der ersten Job-Messe speziell für Asylanten am 24. Juni im Europasaal der Wirtschaftskammer. Anerkannte Flüchtlinge und Firmen sollen zusammengebracht werden. Klar ist: Ohne Job kann Integration kaum je gelingen.

Die Idee kam vom Grazer VP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner: „Mit der Job-Messe schaffen wir es erstmals, Asylberechtigte auf Arbeitssuche speziell anzusprechen und sie mit interessierten Unternehmen zu vernetzen. Damit wollen wir in Graz aus Leistungsbeziehern Leistungserbringer machen.“

Strenge Zuwanderung, aber Chancen geben
44,6 Prozent der Grazer Mindestsicherungsbezieher sind aktuell Asylberechtigte. In absoluten Zahlen sind das 4081 - davon sind 1884 Kinder. Die Flüchtlingskrise von 2015 hat somit einen deutlichen Niederschlag im Grazer Sozialsystem gefunden.

Die Konsequenz daraus formuliert Hohensinner so: „Wir brauchen eine restriktive Zuwanderungspolitik, um die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft zu erhalten. Es muss aber auch klar sein, dass wir den Menschen, die hier bei uns sind und langfristig bleiben werden, Zukunftschancen geben müssen.“

Zu den rund 2200 erwachsenen Mindestsicherungsbeziehern kommen noch 200 Asylberechtigte, die aktuell beim AMS arbeitslos gemeldet sind. Sie haben also schon gearbeitet und darum Anspruch auf eine AMS-Leistung.

AMS, Landwirtschaft und Wirtschaft sind dabei
Das AMS ist bei der Job-Messe als Partner dabei, ebenso die Wirtschaftskammer und auch die Landwirtschaftskammer. Man ist sich einig: Arbeit ist ein entscheidender Schritt für die Integration. Christina Lind, stellvertretende AMS-Landesgeschäftsführerin: „Wenn Asylberechtigte erfolgreich in den Arbeitsmarkt einsteigen, profitieren letztlich alle, die Betroffenen, die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft. Eine Arbeitsaufnahme ist der entscheidende Schritt zur Integration. Darum unterstützen wird diese Job-Messe auch ganz tatkräftig.“

Das AMS will 600 Asylberechtigte verpflichtend zur Messe „einladen“ - bei Androhung von Sanktionen. Alle anderen Grazer Asylberechtigten können freiwillig kommen. Hohensinner rechnet mit 30 bis 40 Firmen, die dabei sein werden.

30.000 als arbeitslos gemeldete Asylberechtigte in Österreich
„Wir haben in Österreich rund 30.000 Asylberechtigte, die arbeitslos gemeldet sind und im Land bleiben dürfen“, sagt VP-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. „Dieses Potenzial wollen wir mit dem Bedarf unserer Wirtschaft zusammenbringen, um den Menschen Zukunft zu geben und die Betriebe zu stärken.“

Einsteiger-Angebot
„Die steirische Land- und Forstwirtschaft braucht dringend saisonale Arbeitskräfte“, so der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher. „Dazu ist ein ausreichendes Kontingent an bewährten Erntehelfern und Saisoniers aus Drittstaaten unabdingbar. Asylberechtigten Menschen kann so der Einstieg ins Arbeitsleben ermöglicht werden.“

Arbeit als Grundvoraussetzung
Wirtschaftskammer-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg ergänzt: „Arbeit ist mehr als nur Broterwerb, Arbeit ist vor allem auch sinnstiftend und im Falle von Asylwerbern eine Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration. Darum unterstützen wir diese Job-Messe.“

Gerald Richter
Gerald Richter

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