27.04.2019 07:00 |

Bilanz für Tirol

Tausende Anzeigen: Viele Lkw als rollende Gefahr

Tausende Lkw donnern Tag für Tag durch Tirol - darunter auch viele Transporter, die nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, teils schwere Mängel aufweisen und daher durchaus eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Allein im Vorjahr hagelte es hierzulande im Bereich Schwerverkehr 36.000 Anzeigen!

Oftmals wäre es wohl besser, wüsste man nicht genau, was alles auf den heimischen Straßen unterwegs ist. Ein Beispiel gefällig? Ende des Vorjahres wurde in Innsbruck ein Schwertransporter mit 14 teils gravierenden Mängeln aus dem Verkehr gezogen. Elf waren es beim Zugfahrzeug, drei am Anhänger. Im Fall des Hängers herrschte sogar Gefahr in Verzug, weil die Bremsen Schrott waren. Doch damit nicht genug: Der 56-jährige Lenker trickste zudem mit den Lenk- und Ruhezeiten - im Führerhaus entdeckten die Fahnder zwei fremde Fahrerkarten, die offenbar fleißig eingesetzt wurden.

Knapp 36.000 Anzeigen im Vorjahr
Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigt die Statistik der Verkehrspolizei. Alles in allem wurden im Vorjahr in Tirol im Bereich Schwer- und Gefahrgutverkehr 35.858 Anzeigen verzeichnet (ein Minus von 10 Prozent im Vergleich zu 2017). Darüber hinaus wurden 7121 Organstrafverfügungen verhängt.

Weitere Details zur Anzeigenstatistik (Auswahl):

  • Die meisten Anzeigen, nämlich 17.300, gab es wegen Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten. Nicht selten werde an den digitalen Tachos herummanipuliert - etwa mit Magneten oder zusätzlichen Einbaugeräten.
  • Außerdem verzeichnete die Tiroler Polizei insgesamt 11.941 Überladungsdelikte.
  • Leider kamen den Fahndern teils auch regelrechte „Schrottlauben“ unter. 8155 Anzeigen gab es wegen technischer Mängel und 1231 wegen Gefahrgutmängel.
  • Nicht in diese, sondern in die allgemeine Verkehrsstatistik fallen die Alkohol-Delikte. Alles in allem wurden 2018 in Tirol an die 60 betrunkene Lkw-Fahrer aus dem Verkehr gezogen.

Verstärkte Kontrollen haben zu Verbesserung geführt
Markus Widmann, Chef der Tiroler Verkehrspolizei: „Die verstärkten Kontrollen in den vergangenen Jahren haben zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Ganz gravierende Fälle gibt es jetzt nur noch vereinzelt.“

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