So, 26. Mai 2019
26.04.2019 11:40

Baku-Wiedersehen

Verstappen: Nach Team-Crash soll nun Triumph her!

Max Verstappen tritt in Baku als erster WM-Verfolger von Mercedes an. Nach der Red-Bull-internen Kollision zwischen ihm und Daniel Ricciardo 2018 soll es am Sonntag (14.10 Uhr, live im sportkrone.at-Ticker) wieder für einen Top-Platzierung reichen. Das große Ziel für Red Bull in der Formel 1 hat der junge Niederländer dabei immer im Blick: „Wir wollen Ferrari und Mercedes einholen.“

Auf ein erneutes Chaos in Baku würde Max Verstappen zu gerne verzichten. „Am liebsten wäre mir ein stinklangweiliges Rennen, und ich liege eine Minute in Führung“, sagte der 21-Jährige. Im Vorjahr kam für das Red-Bull-Duo nach 40 Runden das Aus, nachdem Ricciardo bei einem Überholversuch auf das Heck des Niederländers auffuhr. Red Bull gab beiden Fahrern gleichermaßen die Schuld für den Unfall.

Verstappen ist als Dritter zurzeit erster WM-Verfolger des „Silberpfeil“-Duos Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Vor der Saison hatte Red-Bull-Berater Helmut Marko einen Dreikampf um den Titel prognostiziert, in den Verstappen involviert sein würde. Dass man nach den drei Rennen vor Ferrari mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc liegt, überrascht aber durchaus, zumal Red Bulls Honda-Motor noch nicht so funktioniert, wie er sollte.

„Wir brauchen Updates, damit wir das ganze Potenzial des Autos ausschöpfen können“, sagte Verstappen. Deswegen wird der Antrieb in Baku gewechselt. Es ist die erste von vier Ausbaustufen, die zunächst etwa 20 PS mehr bringen soll. Auf dem Stadtkurs am Kaspischen Meer hilft das, um auf der mehr als zwei Kilometer langen Geraden nicht zu viel Zeit gegen dem überlegenen Ferrari-Motor zu verlieren.

Neue Hoffnung
Die Italiener hätten einen „sehr guten Job gemacht“, musste Verstappen zugeben. „Wir haben viele Teile auf Lager, die uns in den kommenden Wochen und Monaten hoffentlich der Spitze näher bringen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Dass Verstappen nach einem dritten und zwei vierten Plätzen zum Auftakt nun in Baku seinen ersten Saisonsieg einfährt, sei zwar durchaus möglich, allerdings erwartet er auf dem unfallgefährdeten Kurs einen harten Kampf: „Wir müssen da konservativ herangehen, dann ist alles möglich. Wir wollen einfach ein gutes Wochenende haben.“

Das Team will an die goldenen Jahre von 2010 bis 2013 anknüpfen, als Sebastian Vettel viermal Weltmeister wurde. Doch mit dem Start der Hybrid-Ära 2014 häuften sich die Probleme und ergaben sich Querelen mit Ex-Motorenpartner Renault. Vom Wechsel zum japanischen Hersteller Honda in diesem Jahr verspricht sich nicht nur Verstappen in seiner fünften Saison in der Königsklasse viel.

„Für mich läuft es sehr gut“
Das Supertalent gewann, seit es 2015 als jüngster Fahrer der Geschichte mit nur 17 Jahren in die Formel 1 einstieg, zwar fünf Rennen, im WM-Kampf muss sich Verstappen jedoch als dauerhafter Rivale für Titelverteidiger Hamilton und Co. noch etablieren. „Man lernt mit jedem Rennen und bekommt mehr Erfahrung in allen Rennsituationen. Für mich läuft es sehr gut“, sagte Verstappen im Fahrerlager von Baku.

Gasly sieht Niederländer als Lehrmeister
Im Winter musste er noch Motorsport-Sozialstunden ableisten, nachdem er in der Vergangenheit auch als kompromissloser Rüpel auffiel. Mittlerweile scheint er sich jedoch immer mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Seinem zwei Jahre älteren französischen Teamkollegen Pierre Gasly dient Verstappen sogar als Lehrmeister. „Er fährt wirklich stark. Er ist eine gute Hilfe für das Team, aber auch für mich, um zu sehen, was ich anders machen kann“, sagte Gasly, der im Gegensatz zu Verstappen noch nicht im Spitzenfeld angekommen ist.

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