20.04.2019 08:00 |

Blick hinter Kulissen

Zoll-Kontrolle in Tirol: „Bitte Koffer öffnen“

Die Grenzbalken an den Straßen sind weg, Flug-Pauschalreisen sind einfach zu buchen. Daher vergessen manche Reisende, dass es im Warenverkehr nach wie vor Schranken gibt. Der Zoll in Tirol verriet der „Krone“, welche Regeln einzuhalten sind, wo die Grenzmengen liegen und welche Kuriositäten vorkommen.

„Erfahrung ist das Wichtigste“, erklärt Georg Heiss, Leiter eines Kundenteams beim Tiroler Zoll, wie man in einer Schar von Flugpassagieren jene Person entdeckt, die ein gefälschtes Nike-Leibchen, eine unechte Rolex-Uhr oder gar Tiertrophäen im Gepäck hat. Aber auch am Röntgengerät sieht der Zollbeamte manch Verbotenes. Auch auf Spürhunde (Drogen!) kann zeitweise zurückgegriffen werden.

Flughafen als Brennpunkt
61.000 Zigaretten bei zwei Reisenden aus Kairo, 90.000 Euro nicht angemeldetes Bargeld aus Kiew, drei Kilo Amphetamine aus Istanbul, eingebaut in einen Kofferrahmen – mit solchen spektakulären Aufgriffen kann der Innsbrucker Flughafen eher selten aufwarten, die Fälle stammen aus der Statistik von 2018 am Airport Wien. Bundesweit wurden 95.739 Kontrollen durchgeführt, dabei gab es 4106 Aufgriffe (minus 6,3 Prozent). Die Strafen summierten sich auf 462.500 Euro.

Zahl der Zöllner seit EU-Beitritt arg geschrumpft
Generell versehen in Tirol derzeit rund 140 Zöllner Dienst, etwa 15 sind im Reiseverkehr tätig. Vor allem im Oberland (Samnaun) und am Flughafen. Kontrolliert wird kurzerhand aber auch auf einem Autobahnparkplatz. Die Personalstärke im Vergleich zu früher: Vor dem EU-Beitritt 1995 waren allein an der Brennergrenze rund 200 Zöllner aktiv.

Doppelte Abgaben und Strafe
Wer erwischt wird, kann im mildesten Fall mit einer vereinfachten Strafverfügung rechnen. Für die geschmuggelte Hose müssen dann 12 Prozent Zoll und 20 Prozent Umsatzsteuer abgeführt werden - plus Strafe bis zur doppelten Höhe der Abgaben. „Falls eine Rechnung dabei ist, ist die Wertermittlung einfach. Sonst gilt ein Schätzwert, den wir ermitteln“, erzählt Heiss. Im Fall von Zigaretten muss mit einer Geldstrafe gerechnet werden, häufig rund 40 Euro pro Stange plus Verfall der Ware. Die vermeintlichen Schnäppchen sind dann oft ziemlich teuer. Kompakte Infos siehe auch die „BMF-App“ der Finanzverwaltung, gratis in den Smartphone-Stores.

Andreas Moser
Andreas Moser
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