Urteil in Ried

Durch Kugelbombe getötet: Ein Jahr für Verkäufer

Der 55-jährige Verkäufer habe gewusst, dass er den Sprengkörper nicht an den 17-jährigen Käufer abgeben hätte dürfen, habe aber dessen Drängen nachgegeben. Im Prozess nach einem tödlichen Unfall mit einer Kugelbombe in der vergangenen Silvesternacht im Innviertel zeigte sich der Verkäufer des pyrotechnischen Artikels am Dienstag im Landesgericht Ried im Innkreis grundsätzlich geständig und fasste ein Jahr aus. 

Davon werden acht Monate bedingt nachgesehen. Der Schuldspruch erfolgte wegen grob fahrlässiger Tötung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Schwere Kopfverletzungen erlitten
Die Erklärung für den nachfolgenden Unfall: Die Zündschnur hat anfangs einen langsam und anschließend einen schnell abbrennenden Abschnitt. Offenbar war der erste Teil bereits verbraucht, als die zweite Zündung erfolgte. Deshalb ging der Knallkörper sofort hoch. Der Teenager beugte sich zu diesem Zeitpunkt über diesen. Er erlitt schwere Kopfverletzungen, denen er im Krankenhaus erlag.

Der Verkäufer bestätigte in der Verhandlung, er wisse um die Gefahren derartiger Feuerwerkskörper und halte darüber sogar Vorträge in Schulen. Als er im Innviertel die pyrotechnischen Artikel verkaufte, wurde er von dem 17-Jährigen bedrängt, er solle ihm große Kracher verkaufen. Wenn er das nicht mache, werde er sie sich woanders beschaffen.

„Habe mich überreden lassen“
Der 55-Jährige gestand ein, er habe sich überreden lassen, weil er die Familie des Burschen schon lange kannte und wusste, dass dieser von Feuerwerken fasziniert sei. Der Teenager habe ihm zudem versichert, dass bei der Verwendung jemand dabei sein werde, der sich damit auskenne. Sein Verteidiger stellte fest, durch den Unfall gebe es „nur Verlierer“. So sei sein Mandant seither in psychologischer Betreuung.

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