11.04.2019 05:47 |

Herausgeber-Kommentar

Christoph Dichand: 100 Jahre, 60 Jahre ...

Die „Kronen Zeitung“ prägt schon seit Jahrzehnten dieses Land, sie ist ein Teil der österreichischen Geschichte. Vieles hat sie verändert, für vieles wird sie, ob zu Recht oder zu Unrecht, verantwortlich gemacht: in der Politik, beim Naturschutz, in gesellschaftlich relevanten Fragen oder internationalen Beziehungen. Gegner hat sie, wie es sich für ein so einzigartiges Medienunternehmen gehört, zahlreich. Alles hat man ihr bereits nachgesagt, sie sei zu links, zu rechts, zu kirchenlastig, zu konservativ, doch in Wahrheit war sie immer eines - unabhängig. Unabhängig von Interessengruppen, politischen Parteien oder großen Konzernen, einzig ihren Lesern verpflichtet, die sie, gerade auch im Zeitalter der Digitalisierung, in einer Menge um sich schart, von der andere Verlagshäuser nur träumen können.

Diese Unabhängigkeit ist ein Vermächtnis ihres Gründers Hans Dichand an seine Redaktion, des genialen Journalisten, der so vielen Zeitungen in diesem Land Größe verliehen hat. Wie der „Kleinen Zeitung“, deren Chefredakteur er war, dem „Kurier“, den er gegründet hat, und eben der „Kronen Zeitung“, die er als „Neue Kronen Zeitung“ im April 1959, vor 60 Jahren, erstmals aus der Druckerpresse holte. Die Beziehungen seiner Familie zur „Kronen Zeitung“ gehen weit vor diese Zeit, bis in die Monarchie zurück: Gustav Davis, ein ehemaliger Offizier, hob sie am 2. Jänner 1900 erstmals aus der Taufe, deshalb feierten wir zur Jahrtausendwende das 100-Jahre-Jubiläum.

Bei dieser „alten“ „Kronen Zeitung“ war meine Großmutter Journalistin, zu einer Zeit, als das Abo noch eine Krone gekostet hat, was der Zeitung ihren Namen eingebracht hat. Mit viel Selbstbewusstsein - eine Frau in dieser Position erregte damals Aufsehen - übte sie ihren Beruf aus. Heute ist ein hoher Frauenanteil bei uns selbstverständlich. So überzeugt davon war sie, dass sie bei der Neugründung der „Kronen Zeitung“ unbedingt ihre Tochter, meine Mutter, dort unterbringen wollte. Der Rest ist Geschichte, unsere Geschichte, die Geschichte einer Familie, die die „Kronen Zeitung“ in ihre DNA aufgenommen hat und seit jeher als Journalisten, Herausgeber oder Eigentümer Garant für Unabhängigkeit ist.

„Wider alle Gewalten“, wie Hans Dichand einmal meinte, mit den besten Journalistinnen und Journalisten des Landes, schreiben wir so seit jeher Erfolgsgeschichte. Und Stürmen waren wir immer ausgesetzt, früher schon und auch heute wieder. In den lichten Höhen von Erfolg, Einfluss und Macht ist die Luft dünn, und schon so mancher hat sich aufgemacht, diese Höhen zu erklimmen. Das alpine Rüstzeug dafür liegt aber noch heute genau dort, wo es hingehört, in der Redaktion der „Kronen Zeitung“. Wie heißt es in unserem Redaktionsstatut so schön? Die Summe der Meinungen der Redakteure zusammen mit dem Herausgeber ergibt die grundlegende Richtung der Zeitung.

Ihr Christoph Dichand

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