06.04.2019 10:29 |

Am Rande des Todes

Für diese Aufnahmen riskieren Roofer ihr Leben

Ein Backflip vor einem Abgrund, der 1000 Meter in die Tiefe geht, ein Hochzeitsfoto der etwas anderen Art und ein Selfie auf einem Kran - Roofing (zu Deutsch: Dachspitzen-Klettern) nennt sich diese Art von Extremsport, bei dem Menschen ungesichert auf hohe Gebäude, Brücken oder Kräne klettern. Ob das lebensgefährlich ist? Ja! Doch das scheint die Adrenalin-Junkies nicht zu stören.

Toby Segar macht einen Backflip am Rande einer Klippe in Norwegen. Ein kleiner Fehler - und er wäre 700 Meter in die Tiefe gestürzt. Der junge Engländer ist bekannt für seine waghalsigen Stunts, für die er auf Instagram Tausende Likes bekommt. 

Waghalsiges Hochzeitsfoto
Auch bei diesem Bild wird einem flau im Magen: Es zeigt, wie die frisch vermählte Braut Melissa Kornexl an einer Felswand des Cathedral Ledge im US-Bundesstaat New Hampshire hängt. Ihr scheinbar einziger Halt ist Ehemann James. Die Schnappschüsse verschleiern jedoch Geschirre, die das Paar sicher am Fels verankern. Um das Seil zu befestigen, wurden sogar Löcher in Melissas Hochzeitskleid und James‘ Anzug geschnitten.

Lebensgefahr für das perfekte Foto
Die Russin Angela Nikolau ist laut eigenen Angaben Rooferin mit Leidenschaft und hat bereits in der siebten Klasse damit begonnen, auf Häuser zu klettern. Gemeinsam mit ihrem Freund reist sie derzeit um die Welt und begibt sich auf den Dächern von Metro­polen wie Moskau, Paris und Hongkong in Lebensgefahr. In schwindelerregenden Höhen lässt sie sich auf ­Türmen, Wolkenkratzern und Sendemasten fotografieren. Die Bilder, die sie auf Instagram veröffentlicht, sorgen mit verschiedene Perspektiven sowie das Spiel mit Farben, Licht und Schatten für fotografische Hingucker.

Roofing ist nicht straffrei
Obwohl vielen das Spiel mit dem Tod bewusst ist, überzeugen der Adrenalinkick und der Nervenkitzel am Schluss. Abgesehen davon ist das Roofen nicht in jedem Land straffrei. In Russland bekommen die Roofer eine kleine Geldstrafe für das Eindringen in bewachtes Gebiet, das Erklimmen an und für sich ist straffrei. Deutschland hingegen geht mit härteren Maßnahmen gegen die Roofer vor: So werden eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch (falls es kein leerstehendes Haus ist), eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe verhängt.

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