24.03.2019 10:44

Turnier in Miami

Alexander Zverev verliert gegen Fast-„Pensionist“

Für die aktuell besten deutschen Tennisspieler ist am Samstag in Miami bei Herren und bei Damen schon das Aus gekommen: Sehr überraschend kam der Sieg des 36-jährigen David Ferrer, knapp zwei Monate vor seinem Rücktritt in Madrid, über den als Nummer zwei gesetzten Alexander Zverev in Runde zwei. Auch Angelique Kerber musste sich wie schon im Finale von Indian Wells Bianca Andreescu (CAN) beugen.

Zverev musste sich nach 2:22 Stunden dem mittlerweile auf Platz 155 zurückgefallenen Spanier mit 6:2, 5:7, 3:6 geschlagen geben. Nach dem als Nummer 3 gesetzten Dominic Thiem ist das Masters-1000-Turnier in Florida also auch seine Nummer zwei gleich nach dem ersten Auftritt los. Ferrer war freilich glücklich: „Das ist ein besonderer Tag, weil ich im letzten Jahr meiner Profikarriere bin. Das ich so ein Match gegen einen Top-Ten-Spieler wie Sascha gewinnen kann, ist ein Geschenk“, freute sich Ferrer, der im Mai bei seinem Heimturnier in Madrid die Tennisbühne als Sportler verlassen wird.

Noch nicht vom Rücktritt spricht der ein Jahr ältere Superstar Roger Federer. Im Gegensatz zu seinem Bezwinger vergangenen Sonntag im Indian-Wells-Finale, dem Niederösterreicher Thiem, kämpfte sich der Schweizer in die dritte Runde. Federer hatte mit dem Rumänen Radu Albot mehr Mühe als erwartet, besiegte ihn aber 4:6,7:5,6:3. Federer hat damit eine Auftakt-Niederlage in Miami wie vor einem Jahr gegen Thanasi Kokkinakis verhindert. Weiter gekommen ist auch Kevin Anderson. Der Weltranglisten-Siebente aus Südafrika ist nach einer zweimonatigen Ellbogenverletzung mit einem 6:4-3:6-6:3-Erfolg über den Spanier Jaume Munar in den Circuit zurückgekehrt.

Bei den Damen hat die 18-jährige Kanadierin Andreescu ihren erstaunlichen Lauf auch am Samstag fortgesetzt: Nach ihrem Sensationstitel in Indian Wells, den sie mit dem Finalsieg über Angelique Kerber fixiert hatte, gewann der Teenager auch die Neuauflage des Endspiels in der dritten Miami-Runde. Eine Woche nach dem 6:4-3:6-6:4-Erfolg besiegte Andreescu die Weltranglisten-Vierte mit 6:4, 4:6, 6:1. Nach insgesamt schon 31 Siegen (nicht nur auf WTA-Level) in diesem Jahr ist ein Vorstoß der Tochter rumänischer Eltern in die Top Ten wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Dafür befindet sich die vor einem Jahr in Indian Wells groß herausgekommene Naomi Osaka, die danach die Titel bei den US und den Australian Open gewonnen hat, in einer kleinen Krise. Nach ihrem Viertrunden-Aus in Indian Wells scheiterte sie auch in Miami vorzeitig schon in Runde drei. Die Japanerin könnte je nach Abschneiden der Konkurrentinnen nach Miami ihre Nummer-1-Position verlieren. „Ich würde sagen, ich war unreif heute und habe zu viel nachgedacht“, war Osaka nach dem 6:4, 6:7(4), 3:6 gegen Hsieh Su-wei aus Taipeh selbstkritisch. Zudem ist eine besondere Serie Osakas gerissen: 63 Matches in Folge hatte sie gewonnen, nachdem sie den ersten Satz eines Spiels für sich entschieden hatte. „Das ist deprimierend. Ich kenne den Rekord und habe sofort nach der Niederlage daran gedacht.“

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