Hendrik Lehnert ist ein echter „Sir“: selbstbewusst, aber nicht aufdringlich. Er spricht druckreifes Norddeutsch, hat mit Harvard und Cambridge an den besten Unis der Welt gearbeitet und ist freundlich im Ton, aber klar im Inhalt: „Wir müssen mehr in den Schwerpunkten machen und weniger Nischenforschung betreiben.“ An den bisherigen fächerübergreifenden Themen „Europa“ und „kognitive Neurowissenschaften“ will Lehnert festhalten. Den Schwerpunkt „Krebs, Allergien und Nanobiologie“ will er neu definieren - etwa als „Biomedizin“.
Rektor will Belohnung für Spitzenforscher
Generell spricht der neue Rektor viel von Exzellenz. Um diese zu erreichen, plant er ein Bonussystem für Forscher: „Das heißt nicht, dass diese auf einen Kongress nach Acapulco geschickt werden oder eine Gehaltserhöhung bekommen. Es geht um die Ausstattung von Einrichtungen und Abteilungen.“
Und Lehnert setzt auf eine breitere Führung: Die vier Vizerektoren sollen teils von außerhalb, teils von der Uni kommen. Mit Finanzen plus Controlling und Digitalisierung wird es neue Ressorts geben. Die vier Dekane der Fakultäten Jus, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaft und katholische Theologie werden gestärkt und sollen „gezielte Nachwuchsförderung“ betreiben: „Der akademische Mittelbau war bisher eine etwas vergessene Ebene.“
Unirats-Vorsitzender mit Freud‘schem Versprecher
Georg Lienbacher, Vorsitzender des Universitätsrats, sprach von einer „breiten Mehrheit“, mit der Lehnert im siebenköpfigen Aufsichtsrat gewählt wurde. In seinem Rückblick auf das turbulente Auswahlverfahren meinte er, dieses sei „recht- und problemlos“ verlaufen - ein herrlicher Freud’scher Versprecher.
Ex-Ministerin Sonja Hammerschmid, die als Kandidatin ausgebootet wurde, meint: „Ich wünsche Lehnert von Herzen alles Gute und hoffe, dass er freundlich aufgenommen wird.“
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