Des Gegners Teamchef

Siegloser Polen-„Prinz“ Brzeczek steht unter Druck

Unangenehm, körperlich sehr robust. Wenn irgendwer an der Stärke der Österreicher zweifelt, sollte er sich die Ergebnisse ihrer Klubs in der Europa League anschauen. Wir müssen aggressiv, entschlossen, kompromisslos auftreten." Es sind keine Höflichkeits-Phrasen, sondern warnende Worte von Jerzy Brzeczek. Polens Teamchef hat den rot-weiß-roten Fußball ja auch nie aus den Augen verloren.

Von 1995 bis 2007 kickte er für den LASK, Sturm, Kärnten und vor allem sechs Jahre in Innsbruck, in der Bundesliga. Morgen kehrt der „polnische Prinz“, so heißt er seit er 1992 Olympia-Silber gewann, als „Feldherr“ eines Star-Ensembles zurück. Der Marktwert der „Bialo-Czerwoni“ beträgt 332 Millionen Euro, die Erwartungshaltung ist hoch, aber der Druck jetzt auch. Denn in der noch kurzen Ära von Brzeczek, der nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der WM 2018 das Team übernahm, gab es noch keinen Sieg: sechs Spiele, drei Unentschieden, drei Pleiten, 5:8 Tore.

Allerdings hießen die Gegner in der Nations League Italien und Portugal. Jetzt fordert ganz Polen die Qualifikation zur EURO 2020. Brzeczek auch. „Im Fußball gibt es immer unliebsame Überraschungen. Aber unsere Situation ist gut“, kann er morgen - im krassen Gegensatz zu Franco Foda - personell aus dem Vollen schöpfen. Spekulationen, dass er alle drei Weltklasse-Stürmer, also Robert Lewandowski, Arkadius Milik und Krzystof Piatek aufbieten wird, wischt er aber vom Tisch: „Nicht die Anzahl der Stürmer entscheidet, sondern unsere Effektivität. Außerdem müssen wir reagieren können, wenn wir ein Tor kassieren.“

Kritik wegen seines Neffen
Zudem drückt ja aus dem Mittelfeld mit Napolis Piotr Zielinski noch eine Offensiv-Waffe nach. Und vielleicht auch Jakub Blaszczykowski, für dessen Einberufung Brzeczek viel Kritik erntete. Weil der Ex-Dortmunder „nur“ noch bei Wisla Krakau kickt, mit 33 seinen Zenit überschritten hat. Aber er ist auch der Neffe des Teamchefs. Und mit 105 Einsätzen nach wie vor Polens Rekord-Teamspieler…

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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