15.03.2019 10:09 |

„Vier Pfoten“-Erfolg

Fünf Gallebären aus qualvoller Haltung gerettet

Ein weiterer Erfolg gegen die grausame Haltung von Bären in Vietnam: Das „Vier Pfoten“-Team um Tierärztin Johanna Painer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte am 11. und 12. März insgesamt fünf Kragenbären retten. Von einem besseren Leben im Bärenwald Ninh Binh trennte die Tiere nach ihrer erfolgreichen Rettung nur mehr die 40-stündige Fahrt vom Süden in den Norden des Landes. Trotz dieser geglückten Rettungsmission gibt es für die Tierschützer weiterhin viel zu tun: Die Nachfrage nach Bärengalle für angeblich heilende Zwecke ist in Asien noch immer hoch, obwohl es Alternativen gibt.

In Vietnam leiden nach wie vor rund 800 Bären unter widrigsten Umständen auf Bärenfarmen. „Vier Pfoten“ gelang es, fünf ehemalige Gallebären - „Keo“, „Lim“, „Dieu“, „San“ und „Khoai Lang“ - aus den vietnamesischen Provinzen Binh Duong und Dong Nai zu befreien. Nachdem die Bären vor dem langen Transfer einzeln untersucht wurden, legte das Team über 1600 Kilometer während einer 40-stündigen Fahrt zurück, um die Tiere in ihr neues Zuhause, den Bärenwald Ninh Binh, zu bringen. „Wir sind glücklich, dass wir alle fünf Bären aus ihren Käfigen befreien konnten. Die ersten Untersuchungen haben uns einige gesundheitliche Probleme aufgezeigt, die wir aber in den nächsten Wochen mit Sicherheit gut behandeln können. Bärin ‘Keo‘ lag bei unserer Ankunft depressiv in ihrem Käfig. Die Untersuchung der Bärin zeigte, dass sie unter massiven Schmerzen gelitten haben muss. Die Zähne sind in einem furchtbar schlechten Zustand und sie leidet an starken Entzündungen der Leber und Gallenblase. Bär ‘San‘ leidet an massivem Haarausfall, bedingt durch die grausamen und unhygienischen Haltungsbedingungen. Der Zustand der Gallenblasen aller untersuchten Bären zeigt, dass ihnen in der Vergangenheit regelmäßig Gallensaft abgezapft wurde“, sagt Tierärztin Johanna Painer.

Ungeklärte Todesfälle auf Bärenfarm
„Vier Pfoten“ hatte eigentlich geplant, sieben Gallebären aus der Provinz Dong Nai im Süden Vietnams zu retten und in den Bärenwald zu bringen. Tragische Umstände durchkreuzten jedoch diesen Plan, nachdem vier Bären binnen einer Woche auf bisher unerklärliche Weise auf derselben Farm ums Leben gekommen sind. Die Tierschützer verlangen nun von den vietnamesischen Behörden eine gründliche Untersuchung der Todesursache. Immer wieder kommt es vor, dass Bärenbesitzer ihre Tiere töten, um noch ein letztes Mal Kapital aus ihren Organen zu schlagen. Sollte das bei den vier verstorbenen Bären der Fall sein, fordere man ein strenges Durchgreifen gegen die Verantwortlichen, so die Organisation in einer Aussendung.

Schutzzentrum wird Platz für insgesamt 100 Bären bieten
Im Schutzzentrum in Ninh Binh können sich alle fünf geretteten Bären von den Strapazen ihrer Vergangenheit erholen. Zwölf Artgenossen genießen bereits ihr neues Leben im naturnahen Bärenwald. Nach Abschluss aller Bauarbeiten wird der Bärenwald Ninh Binh 10 Hektar Land umfassen und Platz für bis zu 100 gerettete Bären bieten. Das nach modernsten Haltungsstandards erbaute Schutzzentrum verfügt über eine eigene Tierklinik, eine Quarantänestation, zwei Bärenhäuser und vier Außengehege. Einheimische und Touristen aus aller Welt können sich seit der offiziellen Eröffnung am 7. März ein Bild davon machen, wie ehemals gequälte Farmbären ihre natürlichen Instinkte allmählich wiedererlangen und bärengerecht leben. In den großzügig angelegten Freiluftgehegen stehen den Bären Teiche, Bäume, Kletter- und Versteckmöglichkeiten zur Beschäftigung zur Verfügung. Der Bärenwald stellt nicht nur ein neues Zuhause für ehemalige Gallebären dar, er soll auch als Bildungs- und Aufklärungsstätte den Tier- und Artenschutz in Vietnam voranbringen.

Bitte helfen auch Sie!
„Krone Tierecke“-Redakteurin Denise Zöhrer begleitete die „Vier Pfoten“ nach Vietnam, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Lesen Sie mehr darüber hierSpendenkonto: UniCredit Bank Austria AG, IBAN: AT20 1200 0097 0632 7511, Kennwort: GALLENBÄREN. Unterzeichnen Sie bitte auch die Petition unterwww.saddestbears.com/Vietnam.

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