08.03.2019 11:52 |

„Vier Pfoten“-Erfolg

Schutzzentrum für Vietnams Gallebären eröffnet

Die österreichische Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ eröffnete am 7. März offiziell ihren Bärenwald Ninh Binh in Vietnam. Das in der Provinz Ninh Binh gelegene neue Bärenschutzzentrum bietet bereits zwölf Bären, unter ihnen zehn ehemalige Gallebären, ein artgemäßes Zuhause. Ihnen wurde in der Vergangenheit regelmäßig illegal Gallensaft abgezapft, der unter anderem für traditionelle Medizin verwendet wird. 

Noch immer leiden geschätzt 800 Tiere auf etwa 250 Bärenfarmen. „Vier Pfoten“ appelliert daher an die vietnamesische Regierung, die Schließung von Bärenfarmen voran zu treiben und die Tiere in Schutzzentren unterzubringen. Der Bärenwald Ninh Binh wird immerhin Platz für 100 misshandelte Bären bieten. Mit der Eröffnung erreicht „Vier Pfoten“ einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die illegale Haltung von sogenannten Gallebären. Denn obwohl die Tierschützer in den vergangenen zwei Jahren bereits ein Dutzend Bären aus grausamer Haltung retten konnten, gibt es noch viel zu tun.

„Wir müssen das Leid der Bären beenden!“
„In 35 von insgesamt 58 Provinzen leiden nach wie vor rund 800 Bären auf nicht artgerechten Farmen. Sie sind völlig verwahrlost, unterernährt und erleiden schlimmste Qualen. Wir haben hier im Bärenwald Ninh Binh genug Platz. Bis Ende des Jahres wollen wir insgesamt über 40 Tieren ein artgemäßes Zuhause geben. Wir appellieren daher an die vietnamesische Regierung, die Schließung von Bärenfarmen voran zu treiben. Es ist höchste Zeit, das Leid der Gallebären ein für alle Mal zu beenden“, sagt „Vier Pfoten“-Gründer und Präsident Heli Dungler in seiner Eröffnungsrede.

Eröffnungsfeier von Tragödie überschattet
„Vier Pfoten“ hatte eigentlich geplant, sieben Gallebären aus drei verschiedenen Bärenfarmen in der Provinz Dong Nai im Süden Vietnams zu retten und in den Bärenwald zu bringen. Tragische Umstände durchkreuzten jedoch diesen Plan, denn vier Bären sind binnen einer Woche auf bisher unerklärliche Weise auf derselben Farm ums Leben gekommen. „Trotz geltender Gesetze bleiben solche schrecklichen Vorfälle wie der in Dong Nai leider oft ohne Folgen für die Farmer. Die Bären sterben in ihren Käfigen, obwohl es für sie eine angemessene Unterkunft geben würde. Wir fordern deshalb eine vollständige Untersuchung ihrer Todesursache“, so Heli Dungler.

Das Geschäft mit Bärengalle blüht trotz Alternativen
Bärengalle gilt seit mehreren tausend Jahren als Heilmittel in der traditionellen Medizin und wird zur Behandlung von Augenkrankheiten, Hämatomen, Verdauungsbeschwerden und anderen Beschwerden verwendet. Obwohl ihre Wirkung selbst von renommierten Experten der traditionellen Medizin angezweifelt wird und es wesentlich bessere pflanzliche und synthetische Alternativen gibt, ist sie bis heute ein begehrtes Produkt in vielen asiatischen Ländern. Zwar ist in Vietnam der Besitz, Verkauf und Konsum von Bärengalle seit 2005 verboten, doch die Haltung der Tiere ist nach wie vor erlaubt.

Schutzzentrum bietet Platz für insgesamt 100 Bären
Der nach Abschluss aller Bauarbeiten zehn Hektar große Bärenwald Ninh Binh ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Einheimische und Touristen aus aller Welt können sich ein ein Bild davon machen, wie ehemals gequälte Farmbären ihre natürlichen Instinkte allmählich wiedererlangen und bärengerecht leben. Die ersten Besucher zeigten sich beeindruckt vom Anblick der großzügig angelegten Freiluftgehege mit Teichen, Bäumen, Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Der Bärenwald stellt nicht nur ein neues Zuhause für ehemalige Gallebären dar, er soll auch als Bildungs- und Aufklärungsstätte den Tier- und Artenschutz in Vietnam voranbringen. Das nach modernsten Haltungsstandards erbaute Schutzzentrum verfügt über eine eigne Tierklinik, zwei Bärenhäuser, eine Quarantänestation und vier Außengehege.

Impressionen vom Bärenwald

Helfen Sie mit!
Bitte unterstützen Sie die „Vier Pfoten“ beim Kampf gegen diese Tierqual! Jeder Euro zählt und hilft dabei, Gallebären aus ihrem unfassbaren Martyrium zu befreien. Im Schutzzentrum in Ninh Binh dürfen sie sich endlich von ihrem jahrelangen Leid erholen - ermöglichen wir den Bären eine schöne Zukunft!
Spendenkonto: UniCredit Bank Austria AG, IBAN: AT20 1200 0097 0632 7511, Kennwort: GALLENBÄREN
Unterzeichnen Sie bitte auch die Petition unter www.saddestbears.com/Vietnam.

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