13.03.2019 14:29 |

Missbrauchsverdacht

„Die E-Mail ist irgendwo im Spam gelandet“

Im Fall des von zwei ehemaligen Langläuferinnen des sexuellen Missbrauchs im Alter von 15 bzw. 18 Jahren beschuldigten Langlauf-Trainers wird nun die Spitze der OÖ-Sportpolitik kritisiert. Weil sie den Missbrauchsverdacht weder bei der Polizei noch beim Dienstgeber des Coaches, dem Bundesheer, meldete.

Bereits im Dezember 2017 hatte sich ein mutmaßliches Opfer an die der Opferschutzanwaltschaft vorstehende Waltraud Klasnic und an die Sportunion OÖ gewendet. Passiert ist darauf nichts!

„Die E-Mail ist irgendwo im Spam gelandet“, sagt Union-Landeschef Franz Schiefermair. Im Oktober 2018 wandte sich das Opfer erneut an die Union, wurde von Mitarbeiterinnen gehört. „Wir haben die Informationen sofort an den Skiverband weitergeleitet, den Trainer seiner Funktion in der Landesleitung enthoben. Wir sahen den Verdacht bei der Klasnic-Kommission gut aufgehoben“, sagt Schiefermair.

Fall nie bei der Polizei oder beim Dienstgeber gemeldet
Ihm wird nun aber wie dem damaligen Sportlandesrat Michael Strugl, dessen Nachfolger Markus Achleitner (unten im Bild), Ski-Landesverbandsboss Fritz Niederndorfer sowie Gerhard Rumetshofer als Landessportdirektor und Olympiazentrumschef vorgeworfen, dass der Fall nie bei der Polizei bzw. dem Bundesheer als Dienstgeber des Trainers gemeldet worden ist.

„Aus Medien erfahren“
„Wir haben davon erst aus Medien erfahren. Die Vorfälle zu melden, wäre gut und g’scheit gewesen“, so Bundesheer-Sprecher Michael Bauer. Ins selbe Horn stößt Polizei-Sprecher David Furtner: „Ohne Anzeige ging wichtige Zeit verloren.“ Die Polizei begann erst nach Medienberichten letztes Wochenende zu ermitteln. Kurios deshalb auch eine PR-Info von Achleitner am Montag (!), in der es heißt: „Es ist bereits eine Sachverhaltsdarstellung an die Polizei ergangen, damit diese die Ermittlungen aufnimmt“

Der im Heeresleistungssportzentrum Linz tätige Trainer wurde gestern vom Bundesheer, das ein Disziplinarverfahren eingeleitet hat, befragt. Bauer: „Nach derzeitigem Stand hängen die Vorwürfe nicht mit der dienstlichen Tätigkeit zusammen.“ Der Coach bleibt zumindest vorerst beim Bundesheer im Amt.

Oliver Gaisbauer, Kronen Zeitung

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