12.03.2019 07:00 |

Chaos rund um Fernpass

Stau! Der ganz normale Wahnsinn am Samstag

Die Bewohner des Gurgltales sehnen den Frühling nicht nur wegen des Aufblühens der Natur herbei. Für sie ist ab Ostern zumindest eine Pause des allwöchentlichen Verkehrschaos in Sicht. Die Maßnahmen der „Fernpassstrategie“ scheinen nicht zu greifen, eine mögliche Tunnellösung spaltet ebenfalls.

Ein Samstag in Nassereith, die Einkäufe für das Wochenende sind schon getätigt. In Richtung Imst fährt untertags sowieso niemand mehr, weil die 12-Kilometer-Rückfahrt Stunden dauern könnte. Megastau in Richtung Fernpass, ein gewohnter Anblick, die Bundesstraße ist tabu. Die Einwohner auf beiden Seiten des Fernpasses müssen im Schnitt rund 17.000 Fahrzeuge am Tag erdulden, an Spitzentagen über 30.000.

Retourgang einlegen bis zur nächsten Ausweiche
Gott sei Dank gibt es in der Gemeinde noch einen Nahversorger. Und diesen erreicht man eh ungehindert über die Dorfstraßen - Denkste! Auf dem einspurigen Insiderweg zum Ortsteil See-Eck heißt es: Retourgang einlegen bis zur nächsten Ausweiche, weil im Konvoi die Pkw mit der mittlerweile verhassten Skibox entgegenkommen.

Standortwechsel in den Ortsteil Dormitz: „In unseren engen Gassen ist im letzten Jahr eine neue Transitroute entstanden“, entrüstet sich eine Einwohnerin, die wöchentlich die Herumirrenden dulden muss. „Das Navi zeigt uns diesen Weg“, sagt ein Urlauber beim „Krone“-Lokalaugenschein.

Verkehrsschild ignoriert
Dabei hat die Behörde im letzten Jahr auf Druck der Dormitzer mit Verkehrszeichen die Einfahrt verboten. Navi aus, Verstand ein sei geboten - das Verbotsschild wurde von den meisten ignoriert. Nun wird kontrolliert! Für die Nassereither Bürger ist klar: die Maßnahmen der vielversprechenden „Fernpassstrategie“, die von der Landesregierung durchaus in gutem Glauben entwickelt wurden, greifen nicht. Eine Entschärfung verspricht sich BM Herbert Kröll von Fernpassscheitel- und Tschirganttunnel: „Die Tunnels würden uns, Tarrenz und Obsteig sehr entlasten“.

Davon hält Fritz Gurgiser nichts. Das Anti-Transit-Urgestein hat mittlerweile die Initiative „Staufreies Oberland und Außerfern“ gegründet und hat ein klares Forderungspaket parat: „Als erstes ist das 7,5-Tonnen-Fahrverbot für Lkw neu zu definieren“. Auch die Grünen in der Landesregierung sehen die Straßentunnel skeptisch und bringen einen Eisenbahntunnel ins Spiel. Unzählige Vorschläge, keine spürbaren Lösungen.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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