Do, 21. März 2019
03.03.2019 09:18

Radler Denifl erwischt

Doping-Skandal erfasst jetzt auch den Sommersport!

Die dreckige Doping-Lawine rollt weiter - und leider ist davon auch weiterhin der österreichische Sport betroffen! Die Staatsanwaltschaft Innsbruck bestätigte am Sonntagvormittag, dass es Ermittlungen gegen einen Tiroler Radprofi gebe. Wie die „Krone“ bereits vorab berichtete, handelt es sich dabei um Stefan Denifl. Der Radstar (31) aus Fulpmes in Tirol wurde bereits verhaftet. Aber nach seinem umfassenden Blutdoping-Geständnis ist er mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Genau wie die beiden im Zuge der Nordischen WM in Seefeld festgenommenen Langläufer Max Hauke (26) und Dominik Baldauf (26). Aber auch in deren Fall kam es am Samstag zu einer überraschenden Wende. Zu einer ziemlich dreckigen! Denn ihr 2014 ebenfalls des Dopings überführter früherer Teamkollege Johannes Dürr soll ihn nämlich durch seine Aussagen nicht nur ins Rollen gebracht haben. Sondern auch einer der Drahtzieher hinter dem Sportbetrug der Österreicher gewesen sein. Demnach soll laut ebenfalls mehrerer verlässlicher Quellen das Duo Hauke und Baldauf im Zuge der Einvernahmen bei der Polizei zu Protokoll gegeben haben, dass Dürr ihnen „Tür und Tor zum deutschen Arzt in Erfurt“ geöffnet habe - und das im Jahr 2016. Sprich: „Aufdecker“ Dürr wäre so nun selbst als dreister „Doping-Vermittler“ entlarvt!

„Man muss in dieser Affäre lediglich eins und eins zusammenzählen“, sagt ein leitender Ermittler im Gespräch mit der „Krone“ und verweist an die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Deren Sprecher Hansjörg Mayr gibt sich zurückhaltend und betont: „Über etwaige Inhalte der beiden Protokolle gebe ich keine Auskünfte.“ Der Pressesprecher des Bundeskriminalamtes, Vincenz Kriegs-Au, äußert sich gegenüber der „Krone“ ein wenig offener. „Diese Entwicklung kann ich weder bestätigen noch verneinen. Jegliche Aussage würde die laufenden Ermittlungen erschweren“, schildert er und fügt hinzu: „Das gesamte beschlagnahmte Material wird von uns derzeit bis ins kleinste Detail ausgewertet. Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden die Ermittlungen dahingehend fortgesetzt beziehungsweise ausgeweitet.“

Kommende Woche dürfte Skandal weiter eskalieren
Generell laufen die Ermittlungen gegen den Dopingring bereits seit dem Jahr 2014. Derzeit wird die DNA der in Erfurt sichergestellten Blutbeutel ausgewertet. Schon für kommende Woche wird allgemein mit einer weiteren Eskalation des Falles gerechnet. Da soll es sowohl zu weiteren Razzien als auch bereits zu den nächsten Verhaftungen kommen. Allerdings wird damit weniger in Österreich als vielmehr in anderen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland gerechnet. Und es dürfte vor allem der Sommersport davon betroffen sein. Dabei könnte es sich auch um durchaus bekannte Namen handeln.

Bei Hauke und Baldauf waren alle Proben negativ
Womöglich noch bekanntere Namen als jene der beiden überführten Langläufer Baldauf und Hauke, die seit September alleine vom Ski-Weltverband FIS sechsmal zu Dopingproben zitiert worden waren. Außerdem noch von der österreichischen Anti-Dopingagentur. „Wir haben sie in diesem Zeitraum sicher noch öfter kontrolliert“, erklärt NADA-Geschäftsführer Michael Cepic. Alle Proben waren negativ. Abgesehen davon lässt sich auch der Skiverband Blutbilder der Athleten zur laufenden Überprüfung zukommen. Auch dabei waren bei beiden seit Saisonbeginn keine Auffälligkeiten zu erkennen.

Minister Strache tritt für einen Kampf mit allen Mitteln ein
Sportminister Heinz-Christian Strache tritt auch für einen beinharten Kampf gegen Doping ein. „Die nationale Anti-Doping-Agentur wird von uns jährlich mit 2,2 Millionen unterstützt“, erklärt er. Dass Fälle wie jener rund um die beiden Langläufer dennoch nie völlig auszuschließen sind, ist ihm bewusst. „Aber es ist total ärgerlich, dass das jetzt in Seefeld passiert ist, weil es so viele erfreuliche Dinge, die hier geschehen sind, überschattet!“ Gestern führte er auch erste Gespräche mit Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel wegen dem von diesem angestrebten runden Tisch zur Doping-Problematik.

Jasmin Steiner, Claus Meinert, Peter Frauneder und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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