Sa, 23. März 2019
02.03.2019 09:51

Grazer Bauernbundball

Andreas Gabalier bekommt Goldenes Ehrenzeichen

Andreas Gabalier hat am Freitag beim 70. steirischen Bauernbundball in Graz das Goldene Ehrenzeichen der Stadt überreicht bekommen. Er feierte sein zehnjähriges Bühnenjubiläum und meinte: „Ich habe keine Lust, mich für irgendeinen Vorwurf zu rechtfertigen. Ich bin nicht groß geworden, um klein zu denken.“ Kanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache waren als Ehrengäste am Ball.

Beim 60. Bauernbundball vor zehn Jahren hatte er zwei Lieder für die Mitternachtseinlage beigesteuert. „Das war ein Schlüsselmoment, der Rest ist Geschichte“, sagte er am Freitag auf der Bühne. Er dankte für die Treue seiner Fans, die ihm kräftig applaudierten: „Das lässt mich über den einen oder anderen Zeitungsartikel der vergangenen Wochen hinwegsehen“, meinte er.

„Ein besonderes Vorbild“
Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) überreichte ihm die Auszeichnung und betonte: „Wir vergeben keine Ehrenzeichen für politische Haltungen, sondern für besondere Verdienste an einen Menschen, der ein besonderes Vorbild ist. Nicht viele von uns werden jemals in der Lage sein, persönliche Schicksalsschläge und Tiefpunkte, oder Höhepunkte vor Hunderttausenden Menschen zu feiern. Er hat trotz dieser nachdenklichen Stunden in seinem Leben immer eines gemacht: Er ist einer von uns geblieben.“ Der Bürgermeister meinte weiter: „Ich wehre mich dagegen, dass Menschen über andere Menschen urteilen, obwohl sie ihn nicht einmal persönlich kennen.“ Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) gratulierte Gabalier und meinte: „Du hast der Steiermark alle Ehre gemacht. Du bist ein großer Steirer geworden.“

Kritik wegen Auszeichnung
Der Beschluss des Grazer Stadtsenats, Gabalier das „Ehrenzeichen der Landeshauptstadt Graz in Gold“ zu verleihen, hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt: Der Fotograf Manfred Willmann kündigte an, seine Auszeichnung „wegen diesem Volks-Rock-‘n‘-Roller“ zurückzugeben. „Ich mag ihn nicht“, meinte der Künstler. „Diesen Kommerzialismus und diese Volksverdummung unterstütze ich nicht, das hat mit Volkskunst nicht zu tun“, setzte Willmann noch nach. „Aus dem Anlass der aktuellen Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens fühle ich mich verpflichtet, diese Auszeichnung jetzt zurückzulegen.“ Willmann bekam das Goldene Ehrenzeichen 2002.

Kurz dankt Bauern
Abseits der Auszeichnung für Gabalier hatte sich die halbe Bundesregierung ein Stelldichein am Ball gegeben: Für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) war der Bauernbundball in Graz zwar keine Premiere, aber er war zum ersten Mal als Kanzler da: „Ich freue mich auf die unglaublich vielen Menschen, die jedes Mal da sind, auf die ausgelassene und gute Stimmung, aber es ist auch eine gute Möglichkeit für uns als Bundesregierung allen Bäuerinnen und Bauern Danke zu sagen, für ihren Einsatz, für ihre Arbeit und dafür, dass wir alle in Österreich von ihren gesunden Produkten profitieren können. Aber auch dafür, dass sie die Landschaft so schön gepflegt aussehen lassen. Das wäre ohne die Bäuerinnen und Bauern unmöglich.“

Ehrengäste lieber in „bequemer“ Tracht als im Frack
Noch am Donnerstag war er beim Opernball in Wien im Frack zu sehen, am Bauernbundball erschien er in einem Trachtenanzug, gestand aber ein: „Ich bin nicht sonderlich oft in Tracht, aber der Trachtenanzug ist definitiv bequemer und vor allem einfacher anzuziehen als der Frack.“ Auf der Tanzfläche sah man ihn allerdings kaum: „Ich bin ein furchtbar untalentierter Tänzer, das überlasse ich heute anderen.“

Strache als „Viertel-Steirer“
Für Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) war es sehr wohl eine Premiere. Er war zum ersten Mal beim steirischen Bauernbundball zu Gast und schmiss sich in eine „Lederne“ und steirischen Trachtenjanker. Er und Kurz waren sich auch bei der Kleidungswahl einig: „Gemütlicher ist auf alle Fälle die Lederhose und die Tracht und da fühlt man sich insgesamt wohler und bodenständiger.“ Das habe auch damit zu tun, dass er „Viertel-Steirer“ sei: „Ein Teil meiner Familie kommt aus St. Kathrein am Hauenstein und Ratten. Wir hatten dort eine Pachthütte.“

Steirische Spezialitäten
Der Bauernbundball bespielt jährlich eine Fläche von rund 33.000 Quadratmeter, über 1.000 Akteure und Helfer sind im Einsatz, servieren Wein und steirische Spezialitäten in rund 50.000 Gläsern und auf etwa 20.000 Tellern. Rund 8.000 Flaschen Wein und 20.000 Liter Bier sowie 8.000 Liter Mineralwasser werden getrunken. Rund 2.200 Scheinwerfer und 62 Kilometer Kabel sorgen für den technischen Rahmen. 15.000 bis 16.000 Ballgäste werden gezählt und fast fünf Millionen Euro Gesamtumsatz werden gemacht. Er gilt laut eigenen Angaben als der größte Ball Europas.

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